Der S55-Biturbo-Reihensechszylinder aus M3/M4 im kleinsten M-Chassis von BMW. Der M2 Competition löste 2018 den N55-getriebenen M2 ab und wurde rasch zu einem der gefeiertsten Sportwagen seiner Ära – mit 410 PS über 6-Gang-Handschaltung oder 7-Gang-DCT an die Hinterräder. Die Produktion für europäische Märkte endete im Herbst 2020, nordamerikanische Auslieferungen liefen bis 2021.
Bewährter S55-Motor, gut dokumentiert
Kompaktes, ausgewogenes Hinterradchassis
Öllecks bis 100.000 km nahezu sicher
Crank-Hub-Risiko bei allen S55-Motoren
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Erwartete jährliche Wartungskosten
Bekannte Probleme
Werksseitig reibschlüssig verbauter Crank Hub kann unter hoher Last verrutschen und die Motorsteuerzeiten verstellen · mehr· weniger
Der S55 verwendet einen mehrteiligen, reibschlüssig montierten Crank Hub, der auf der Kurbelwelle verrutschen kann. Dadurch verschiebt sich die Steuerkette und es kommt zum Kontakt zwischen Kolben und Ventilen. Spezialisten schätzen, dass 2-3 % aller S55-Motoren betroffen sind, wobei das Risiko bei getunten oder auf der Rennstrecke bewegten Fahrzeugen deutlich steigt. Bei serienmäßigen Fahrzeugen im Normalbetrieb liegt die Ausfallrate unter 1 %. Wenn es passiert, ist der Schaden katastrophal: ein verrutschter Hub kann die Motorinterna zerstören. Präventive Lösungen umfassen eine Sicherungsplatte (ca. 1.500-2.000 Euro eingebaut, 4-5 Stunden Arbeit) oder ein einteiliges, verdübeltes Crank-Hub-Upgrade (ca. 2.000-2.500 Euro bei einem europäischen Spezialisten). Ist der Hub bereits verrutscht und hat Schäden verursacht, können die Kosten für eine Motorüberholung 8.000-15.000 Euro erreichen. Viele Spezialisten empfehlen die präventive Maßnahme für jedes Fahrzeug, das auf die Rennstrecke oder über Serie hinaus getuned werden soll.
Gummidichtung verhärtet durch Temperaturschwankungen und verursacht Ölaustritte am Motorblock · mehr· weniger
Die Ventildeckeldichtung des S55 ist eine der häufigsten Schwachstellen und beginnt typischerweise zwischen 60.000 und 100.000 km zu lecken. Der Gummi verhärtet und reißt durch ständige Temperaturschwankungen. Öl läuft am Motorblock herunter und kann den Abgaskrümmer erreichen, was zu Brandgeruch und Brandgefahr führt, wenn es ignoriert wird. Bei späteren S55-Revisionen ist die Dichtung in den Ventildeckel integriert, sodass manchmal der gesamte Deckel ersetzt werden muss. In einer freien Fachwerkstatt kostet die Reparatur 800-1.000 Euro, BMW-Vertragswerkstätten berechnen 1.200-1.400 Euro. Viele Besitzer kombinieren dies mit dem Austausch von Zündkerzen und Zündspulen, um überlappende Arbeitskosten zu sparen.
Direkteinspritzung hinterlässt Einlassventile ungereinigt, Carbon verengt den Luftstrom über die Zeit · mehr· weniger
Wie bei allen Direkteinspritzern sprüht der S55 keinen Kraftstoff über die Einlassventile, sodass Öldämpfe aus der Kurbelgehäuseentlüftung Carbonablagerungen an den Ventilschäften und -kanälen bilden. Dies schränkt den Luftstrom schrittweise ein und verringert die Leistung. Symptome sind unrunder Leerlauf, Zögern bei leichtem Gas und allmählicher Leistungsverlust, typischerweise bemerkbar zwischen 60.000 und 90.000 km. Walnussschalenstrahlen ist die Standardreinigungsmethode. Freie Fachwerkstätten berechnen 600-800 Euro, BMW-Vertragswerkstätten 1.000-1.200 Euro. Rechnen Sie mit dieser Maßnahme alle 50.000-70.000 km, abhängig vom Fahrstil. Regelmäßiges Fahren bei hohen Drehzahlen und hochwertiger Kraftstoff mit Reinigungsadditiven verlangsamen den Aufbau, können ihn aber nicht vollständig verhindern.
Kunststoff-Ladeluftrohr reißt unter Ladedruck; Ladeluftkühler-Endkappen können Kühlmittel in den Ansaugtrakt lecken · mehr· weniger
Der S55 hat zwei verschiedene Schwachstellen im Ladeluftsystem. Das Kunststoff-Ladeluftrohr kann unter Ladedruck reißen oder abspringen, was zu plötzlichem Leistungsverlust und Notlauf führt. Die Lösung ist unkompliziert: ein Aluminium-Ladeluftrohr aus dem Zubehör kostet 150-250 Euro und beseitigt das Problem dauerhaft, Gesamtkosten etwa 200-400 Euro eingebaut. Ernster ist die Problematik des Luft-Wasser-Ladeluftkühlers mit seinen Kunststoff-Endkappen, die interne Kühlmittellecks entwickeln können. Wenn Kühlmittel in den Ansaugtrakt und die Zylinder gelangt, kann dies zu katastrophalem Motorschaden führen. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen S55-Motoren durch Ladeluftkühlerversagen zerstört wurden. Ein aufgerüsteter Voll-Aluminium-Kühler kostet ca. 800-1.500 Euro eingebaut. Bei bereits eingetretenem Motorschaden steigen die Kosten auf 2.000-2.500 Euro oder mehr.
Dichtung zwischen Ölfiltergehäuse und Motorblock verhärtet und leckt Öl auf Keilriemen und Abgasanlage · mehr· weniger
Die Ölfiltergehäusedichtung des S55 ist das gleiche Bauteil wie beim N54 und N55 und eine bekannte Schwachstelle bei all diesen Motoren. Die Gummidichtung verhärtet und schrumpft durch Temperaturschwankungen, typischerweise beginnt sie zwischen 60.000 und 100.000 km zu lecken. Öl tropft auf den Keilriemen und kann die Abgasanlage erreichen, was Brandgefahr birgt. In einer freien Fachwerkstatt kostet die Reparatur 400-600 Euro, BMW-Vertragswerkstätten berechnen 700-900 Euro. Dies wird oft mit dem Austausch der Ventildeckeldichtung kombiniert, um bei den Arbeitskosten zu sparen. Die Dichtung selbst ist günstig (ca. 20-40 Euro), die Kosten sind überwiegend Arbeitskosten.
Elektrische Wasserpumpe fällt plötzlich aus und verursacht schnelle Überhitzung ohne Vorwarnung · mehr· weniger
Der S55 verwendet eine elektrische Wasserpumpe, die zwischen 80.000 und 130.000 km ohne Vorwarnung ausfallen kann. Anders als eine mechanische Pumpe, die vor dem Ausfall pfeift oder leckt, stoppt die elektrische Pumpe einfach. Der Motor kann innerhalb weniger Minuten überhitzen, wenn der Fahrer die Warnleuchte nicht sofort bemerkt. Der Thermostat ist elektronisch gesteuert und wird oft gleichzeitig ersetzt. Die OEM-Wasserpumpe kostet ca. 350-500 Euro, der Thermostat zusätzlich 100-150 Euro. In einer freien Fachwerkstatt beläuft sich die Gesamtreparatur auf 600-900 Euro, bei BMW-Vertragswerkstätten auf 900-1.200 Euro. Präventiver Austausch um 100.000 km wird von S55-Spezialisten nachdrücklich empfohlen.
Das aktive M-Differential entwickelt Öllecks und kann ab 25.000 km unter Last ein Heulen erzeugen · mehr· weniger
Der M2 Competition verwendet BMWs aktives M-Differential, das bekannt dafür ist, ab etwa 25.000 km Dichtungslecks zu entwickeln. Mehrere Besitzer auf Bimmerpost berichten von einem charakteristischen Heulen im 5. Gang unter Volllast zwischen 60 und 100 km/h. Bei Austausch unter Garantie trug das neue Differential oft eine andere Teilenummer, was auf eine Designüberarbeitung durch BMW hindeutet. Der alleinige Dichtungsaustausch kostet ca. 500-800 Euro. Muss das Differential selbst ersetzt werden, steigen die Kosten auf 1.500-2.500 Euro. Regelmäßiger Differentialölwechsel alle 30.000 km kann die Lebensdauer verlängern.
Wastegate-Buchsen des Turboladers entwickeln Spiel und verursachen metallisches Rasseln im Leerlauf · mehr· weniger
Ein häufiges Ärgernis bei S55-Motoren ist ein metallisches Ticken oder Rasseln aus dem Turboladerbereich im Leerlauf. Ursache ist Verschleiß an den Wastegate-Buchsen, wo sich durch Temperaturschwankungen Spiel entwickelt. Das Rasseln ist bei kaltem Leerlauf am deutlichsten und verschwindet typischerweise unter Last. Obwohl es überwiegend kosmetischer Natur ist und die Leistung nicht beeinträchtigt, kann es störend sein. Ersatzbuchsen sind eine günstige Lösung für ca. 150-300 Euro eingebaut. Wenn das Wastegate selbst verschlissen ist und die Ladedrucksteuerung beeinträchtigt, ist eine umfangreichere Turboreparatur oder ein Austausch nötig, was die Kosten auf 1.500-2.000 Euro treibt. Viele Besitzer entscheiden sich, mit einem milden Rasseln zu leben, statt die Reparatur durchzuführen.
Robuster Motor, aber Öllecks und Crank-Hub-Bewusstsein sind unverzichtbar
Der S55-Biturbo-Reihensechszylinder ist grundsätzlich ein starker Motor, der bei sorgfältiger Wartung über 200.000 km erreichen kann. Öldichtungslecks (Ventildeckel und Ölfiltergehäuse) sind bis 100.000 km nahezu sicher und sollten eingeplant werden. Das Crank-Hub-Problem ist bei Serienfahrzeugen selten, stellt aber den katastrophalen Worst Case dar. Carbonablagerungen sind bei Direkteinspritzung unvermeidlich und erfordern regelmäßiges Walnussschalenstrahlen. Das DCT-Getriebe ist bei Ölwechseln alle 50.000 km generell zuverlässig, die Handschaltung ist unkompliziert. Die meisten Probleme sind gut dokumentiert und können bei ordnungsgemäßer Inspektion frühzeitig erkannt werden. Diese Fahrzeuge werden häufig sportlich bewegt oder modifiziert – die Überprüfung einer lückenlosen Wartungshistorie und die Suche nach Anzeichen von Missbrauch sind besonders wichtig.
Checkliste für die Kaufinspektion
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Wartungshistorie
Lückenlose BMW-Werkstatt- oder Spezialisten-Aufzeichnungen unverzichtbar. Ölwechsel alle maximal 10.000 km überprüfen. Der S55 ist empfindlich gegenüber verlängerten Ölintervallen.
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Reifen
Profiltiefe, Alter (DOT-Nummern) und ungleichmäßigen Verschleiß prüfen. Standardgröße: 245/35R19 vorne, 265/35R19 hinten. Hinterreifen verschleißen schneller.
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Kaltstart
Motor vollständig kalt starten. In den ersten 30 Sekunden auf Rasseln oder Ticken achten, das auf Wastegate-Verschleiß oder Steuerkettenprobleme hindeuten könnte.
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Probefahrt
Mindestens 30 Minuten inklusive Autobahngeschwindigkeiten und sportlicher Beschleunigung. Auf gleichmäßige Leistungsentfaltung und konstanten Ladedruck achten.
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Motor auf Öllecks untersuchen
Ventildeckelkanten und Ölfiltergehäusebereich kontrollieren. Ölrückstände oder nasse Stellen deuten auf Dichtungslecks hin. Auch den Ölwannenbereich prüfen – eine Reparatur erfordert das Absenken des Hilfsrahmens.
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Kühlmittelstand und Ladeluftkühler-Integrität prüfen
Niedriger Kühlmittelstand oder milchige Rückstände im Ansaugsystem könnten auf Ladeluftkühlerversagen hindeuten. Dies ist ein ernstes Problem, das zu Motorschäden führen kann.
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Vollgasbeschleunigung auf Ladedruckintegrität testen
Bei starker Beschleunigung auf Zischgeräusche oder plötzlichen Leistungsverlust achten, die auf ein gerissenes Ladeluftrohr hindeuten. Das Fahrzeug sollte gleichmäßig bis zum Begrenzer ziehen.
Tipp: Nutzen Sie einen Bluetooth-OBD2-Scanner, um bei der Besichtigung Fehlercodes auszulesen.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Knieairbag-Baugruppe kann durch fehlerhafte Faltung bei der Produktion nicht korrekt auslösen (Modelle 2019-2020)
Erledigung prüfen
Gurtstraffer-Inspektion und möglicher Austausch (Modelle 2021)
Erledigung prüfen
Kraftstoffinjektoren ohne Vibrationsdämpfungskomponente eingebaut (Modelle 2020-2021)
Erledigung prüfen
Dachhimmelstrebe kann sich bei Kopfairbag-Auslösung lösen (Produktion März-April 2021)
Erledigung prüfen
BMW mit der Fahrgestellnummer kontaktieren, um zu überprüfen, ob alle Rückrufe durchgeführt wurden. Der Knieairbag-Rückruf (2019-2020) ist sicherheitskritisch. Der europäische Rückrufumfang kann vom nordamerikanischen Markt abweichen.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre, keine km-Begrenzung)
Bei allen M2 Competition Modellen abgelaufen
BMW-Garantieverlängerung
Aufgrund des Alters voraussichtlich nicht mehr verfügbar
Durchrostungsgarantie (12 Jahre)
Noch aktiv für Modelle 2018-2021 bis 2030-2033
Alle BMW M2 Competition Modelle sind außerhalb ihrer originalen 2-Jahres-Herstellergarantie. Garantieverlängerungen von Drittanbietern können verfügbar sein, schließen aber in der Regel bereits vorhandene Öllecks und Modifikationen aus. Die 12-jährige Durchrostungsgarantie sollte bei allen M2 Competition Modellen noch aktiv sein.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.