Die W220 S-Klasse war Mercedes' umstrittenes Sparflaggschiff, das den panzerartigen W140 durch eine leichtere, technologisch aufwendigere Limousine ersetzte. Der S320 CDI kombiniert einen 3,2-Liter-Reihensechszylinder-Turbodiesel (OM613 vor Facelift, OM648 ab 2003) mit dem 5G-Tronic-Automatikgetriebe und bietet entspanntes Autobahnfahren mit Dieseleffizienz. Der starke Wertverlust macht den Wagen sehr erschwinglich, aber der schlechte Ruf des W220 in Bezug auf Elektrikprobleme, AIRMATIC-Fahrwerksausfälle und Korrosion durch die minderwertige Lack- und Stahlqualität vor 2004 bedeutet, dass die Unterhaltskosten den Kaufpreis schnell übersteigen können.· mehr· weniger
Starker Reihensechszylinder-Diesel
Flaggschiffkomfort zum günstigen Einstiegspreis
AIRMATIC-Fahrwerksausfälle
Korrosion an Vorbaujahr-2004-Karosserie
Kaufen, wenn: Sie möchten S-Klasse-Komfort zum kleinen Preis, fahren vorwiegend Langstrecke und finden ein spätes Facelift-Modell (2003-2005) mit vollständiger Servicehistorie und ohne sichtbaren Rost.
Vermeiden, wenn: Sie keine unerwarteten Reparaturrechnungen akzeptieren können, die den Fahrzeugwert übersteigen, oder einen wartungsarmen Alltagswagen für Kurzstrecken suchen.
Bekannte Probleme
Gummi-Luftfederbälge reißen durch Alterung und Temperaturschwankungen, eine Ecke sackt ab · mehr· weniger
Das AIRMATIC-Fahrwerk ist bei der W220 S-Klasse serienmäßig, und die Gummibälge altern mit der Zeit. Hintere Federbeine fallen typischerweise zuerst aus. Symptome sind eine Ecke, die nach dem Abstellen über Nacht tiefer steht, eine Schieflage des Fahrzeugs oder ein ständig laufender Kompressor. Frühe Vorfacelift-Fahrzeuge (1999-2002) haben eine schlechtere Zuverlässigkeit als die ab Ende 2003 produzierten. OEM-Federbeinwechsel bei einer Mercedes-Vertragswerkstatt kostet €600-800 pro Ecke, während Nachbauteile von Arnott oder Bilstein €250-400 pro Federbein kosten. Bei Kompressorausfall durch übermäßige Belastung durch undichte Federn kommen €400-700 für die Pumpe hinzu. Eine Komplettüberholung aller vier Federbeine plus Kompressor erreicht €2.500-3.500 bei einer Vertragswerkstatt. Tragfederumrüstungen sind für €800-1.200 als Dauerlösung verfügbar, beseitigen aber den für die S-Klasse typischen Fahrkomfort. Die meisten W220 mit über 100.000 km benötigen mindestens ein neues Federbein.
Drucksensor liefert falsche Werte, verursacht Startprobleme, schwankende Drehzahl und Steuergerätefehler · mehr· weniger
Das Common-Rail-System des OM613/OM648 ist abhängig von einem Raildrucksensor und einem Kraftstoff-Absperrventil (Druckregler), die mit der Zeit verschleißen. Der Drucksensor kann ausfallen oder unregelmäßige Werte liefern, was zu unsicherem Starten, instabilem Leerlauf, schwankender Drehzahl und Fehlercodes führt. Das Absperrventil kann auch komplett versagen und den Motor von der Kraftstoffzufuhr abschneiden. Der Drucksensor selbst kostet €80-150 und ist einfach zu tauschen. Wenn jedoch auch der Druckregler oder die Hochdruckpumpe verschlissen sind, steigen die Gesamtkosten auf €800-1.200. Dies ist eines der am häufigsten gemeldeten Fahrbarkeits-Probleme bei OM613 und OM648. Hochwertiger Dieselkraftstoff und regelmäßiger Kraftstoffilterwechsel bei jeder Wartung verlängern die Lebensdauer des Systems.
Kupferdichtungen unter den Injektoren verschleißen, Ruß und Diesel treten an den Injektorsitzen aus · mehr· weniger
Die Kupfer-Dichtungsscheiben unter den Injektoren verschleißen mit der Zeit und lassen Abgase und Ruß an den Injektorsitzen austreten. Dadurch bilden sich harte Kohlenstoffablagerungen um die Injektoren. Bei früher Erkennung kostet der Austausch der Dichtungen und die Reinigung der Sitze €200-400. Bleibt das Problem zu lange unbehandelt, verschweißen die Kohlenstoffablagerungen die Injektoren im Zylinderkopf, was die Demontage extrem erschwert. Festsitzende Injektoren erfordern oft Spezialwerkzeuge oder sogar die Demontage des Zylinderkopfes, was die Kosten auf €1.500-2.500 treibt. Der OM648-Motor ist besonders anfällig, da sein Aluminium-Zylinderkopf stärker thermisch arbeitet als der Graugussblock des OM613. Eine vorbeugende Neudichtung alle 80.000-100.000 km wird dringend empfohlen.
Vor-2004-W220 verwendeten minderwertigeren Stahl und Wasserlack, was zu weitverbreitetem Rost führt · mehr· weniger
Mercedes hat die Karosserieteile des W220 erst ab Ende 2004 vollständig verzinkt. Frühere Fahrzeuge verwendeten einen wachsbasierten Schutz, der mit der Zeit versagt, besonders in Regionen mit Streusalz. Rost zeigt sich häufig an den Radkästen (vorne und hinten), am Kofferraumdeckel (besonders um die Kennzeichenaussparung), an den Schwellern und weniger sichtbar an den Hilfsrahmen-Aufnahmen und Federbein-Auflagen. Kofferraumdeckelfedern korrodieren und brechen ebenfalls, was bei W220 nahezu universell auftritt. Oberflächenrost pro Karosserieteil kostet €300-600 für eine Werkstattlackierung, aber Durchrostungen an Schwellern oder Hilfsrahmenaufnahmen sind weit gravierender und können das Fahrzeug wirtschaftlich unreparabel machen. Facelift-Fahrzeuge (2003-2005) sind weniger betroffen, aber nicht immun. Unbedingt die Unterseite auf einer Hebebühne inspizieren.
Sensor versagt bei Hitze, Motor geht aus oder springt nach einer Fahrt nicht mehr an · mehr· weniger
Der Kurbelwellensensor des OM613/OM648 ist anfällig für hitzebedingte Ausfälle. Der innere Widerstand des Sensors ändert sich bei Wärme, was zum Signalabfall führt. Typische Symptome sind ein Motor, der nach einer langen Fahrt abstirbt und sich erst nach 30-60 Minuten Abkühlung wieder starten lässt. Das Bauteil ist günstig (€30-60) und der Austausch unkompliziert, dauert etwa eine Stunde. Die Fehlersuche kann jedoch zeitaufwendig sein, wenn der Mechaniker mit diesem bekannten Problem nicht vertraut ist. Der Nockenwellensensor kann mit ähnlichen Symptomen ebenfalls ausfallen. Der vorbeugende Austausch beider Sensoren kostet €100-200 an Teilen plus Arbeitszeit und wird beim ersten Anzeichen von intermittierenden Heißstart-Problemen empfohlen.
Getriebe ruckt, zögert oder geht in den Notlauf durch verschlissenes Öl oder defekte Steuerplatte · mehr· weniger
Das 5-Gang-Automatikgetriebe 722.6 ist grundsätzlich robust, aber Mercedes hat das Getriebeöl als Lebensdauerfüllung vermarktet, was es nicht ist. Verschlissenes Öl verursacht raues Schalten, verzögerte Gangwahl und gelegentlichen Notlauf. Ein Öl- und Filterwechsel kostet €200-350 und behebt oft die Symptome. Wenn die Steuerplatte (das elektronische Steuergerät im Getriebe) verschlissen ist, kostet der Austausch €600-1.200. Bei einigen W220 kann ein defekter Valeo-Kühler dazu führen, dass Kühlmittel über den internen Ölkühler ins Getriebeöl gelangt, was zu einem Totalschaden des Getriebes führt. Erscheint das Öl rosa oder milchig, sollten Sie vom Kauf absehen. Regelmäßige Ölwechsel alle 60.000 km werden trotz der Werksvorgabe dringend empfohlen.
Steuergeräte gehen nicht in den Ruhemodus, die Batterie ist innerhalb von 5-7 Tagen leer · mehr· weniger
Der W220 hat umfangreiche elektronische Systeme, die auch bei ausgeschaltetem Fahrzeug Strom ziehen. Wenn ein Steuergerät nicht in den Ruhemodus wechselt, übersteigt der Ruhestrom den normalen Bereich von 40-60 mA und entlädt die Batterie. Häufige Verursacher sind das COMAND-Infotainmentsystem, der Kofferraum-Zuziehmechanismus (ein klemmender Kofferraumöffner kann durchgehend 5 Ampere ziehen) und Türsteuergeräte. Eine neue Batterie kostet €150-250, und die Fehlersuche durch systematisches Ziehen von Sicherungen kann mehrere Stunden beim Fachbetrieb dauern (€150-300 Diagnosekosten). Ein gutes Erhaltungsladegerät ist unverzichtbar, wenn das Fahrzeug nicht täglich bewegt wird.
Ladedruck-Minderung durch poröse Unterdruckschläuche, klemmende Stellglieder oder Turbo-Verschleiß · mehr· weniger
Der OM613 und OM648 verwenden unterdruckgesteuerte Turbolader-Wastegate-Stellglieder. Nach über 20 Jahren werden die Gummi-Unterdruckschläuche spröde und reißen, was zu Ladedruckverlusten führt, die den Notlauf und Leistungsverlust auslösen. Der Austausch der Unterdruckschläuche ist einfach und günstig (€50-100 an Teilen). Wenn jedoch das Wastegate-Stellglied selbst festsitzt oder der Turbolader internen Verschleiß durch Ölversorgungsprobleme aufweist, kostet ein überholter Turbolader €800-1.200 und ein Neuteil €1.500-2.500. Der OM648 ist aufgrund seiner höheren Leistung etwas anfälliger als der OM613. Symptome sind Schwarzrauch unter Last, pfeifende Geräusche und die EPC-Warnleuchte bei gleichzeitig reduzierter Leistung.
Variable Klappen im Ansaugkrümmer verrusen, verursachen unrunden Lauf und Leistungsverlust · mehr· weniger
Der OM648-Motor (2003-2005 Facelift-Modelle) hat Drallklappen im Ansaugkrümmer, die sich progressiv mit Kohlenstoffablagerungen aus den AGR-Gasen zusetzen. Symptome sind unrunder Leerlauf, reduzierte Leistung und Fehlercodes im Ansaugsystem. Die Reinigung des Ansaugkrümmers und der Klappen kostet €300-500 bei einer Fachwerkstatt. Einige Besitzer entscheiden sich, die Klappen komplett zu entfernen oder stillzulegen, was das Problem beseitigt, aber Niedriglast-Drehmoment und Abgaswerte beeinflussen kann. Dieses Problem betrifft nicht den älteren OM613-Motor, der keine variablen Ansaugklappen hat. Regelmäßiges Autobahnfahren bei höherer Last hält die Klappen sauberer.
Erschwinglicher Luxus mit überdurchschnittlichem Besitzrisiko
Die W220 S-Klasse hat ihren Ruf als eine der unzuverlässigsten Mercedes-Generationen zu Recht erworben. Die Kombination aus AIRMATIC-Fahrwerksverschleiß, anfälligem Diesel-Kraftstoffsystem, weitverbreiteter Korrosion bei Vor-2004-Fahrzeugen und komplexer Elektronik, die Batterien entlädt und sporadische Fehler erzeugt, ergibt ein hohes Besitzrisiko. Die Reihensechszylinder-Dieselmotoren OM613 und OM648 sind grundsätzlich robust und können bei sorgfältiger Wartung über 300.000 km erreichen, aber das Fahrzeug um den Motor herum ist die eigentliche Kostenstelle. Späte Facelift-Modelle (2003-2005) mit vollständiger Mercedes-Wartungshistorie, ohne sichtbaren Rost und mit kürzlich überholtem Fahrwerk sind die besten Kaufempfehlungen. Planen Sie mindestens €1.000-2.000 pro Jahr über die reguläre Wartung hinaus für unerwartete Reparaturen ein.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Ausfall der Kombiinstrument-Beleuchtung (2000-2006 W220)
Erledigung prüfen
Takata-Airbag-Generator (ausgewählte W220-Modelle 2000-2005)
Kritisch – Erledigung prüfen
Lenkungskupplungsschraube (ausgewählte W220-Modelle 1999-2002)
Erledigung prüfen
Undichte Kraftstoffleitungsverbindung (ausgewählte Diesel-Modelle 2002-2004)
Erledigung prüfen
Kontaktieren Sie eine Mercedes-Benz-Vertragswerkstatt mit der FIN des Fahrzeugs, um die Durchführung aller Rückrufe zu überprüfen. Der Takata-Airbag-Rückruf ist sicherheitskritisch und betrifft Fahrzeuge bis Baujahr 2005.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre)
Bei allen W220-Modellen abgelaufen
Durchrostungsgarantie (30 Jahre)
Kann bei letzten 2005er-Modellen noch gelten
Garantieverlängerung
Für 20+ Jahre alte Fahrzeuge kaum verfügbar
Alle W220 S320 CDI sind weit außerhalb der ursprünglichen 2-jährigen Herstellergarantie. Garantieverlängerungen für Fahrzeuge dieses Alters sind bei regulären Anbietern praktisch nicht erhältlich. Unabhängige Pannenhilfe-Versicherungen bieten einen gewissen Schutz, schließen aber in der Regel Vorschäden aus.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.