Der EQE ist die elektrische Business-Limousine von Mercedes-Benz auf der eigenständigen EVA2-Plattform, unterhalb des Flaggschiffs EQS positioniert. Der 350 4MATIC kombiniert zwei permanenterregte Synchronmotoren mit zusammen 292 PS und 765 Nm mit einer 90,6 kWh nutzbaren Batterie für eine Praxisreichweite von etwa 450-500 km. Komfortabel, leise und gut ausgestattet, mit DC-Schnellladen bis zu 170 kW. Die Produktion soll 2026 ohne direkten Nachfolger auslaufen.· mehr· weniger
Hohe Reichweite und schnelles DC-Laden
Niedrige laufende EV-Wartungskosten
Softwarefehler erfordern Werkstattbesuche
Mehrere Rückrufaktionen seit Marktstart
Kaufen, wenn: Sie suchen eine komfortable elektrische Business-Limousine mit Mercedes-Komfort und können vor dem Kauf die Durchführung aller Rückrufaktionen per FIN bestätigen.
Vermeiden, wenn: Sie erwarten problemlosen Betrieb ohne Werkstattbesuche für Software-Updates, oder Sie benötigen ein Fahrzeug mit langfristiger Plattform-Weiterentwicklung.
Bekannte Probleme
Infotainment-System friert ein, OTA-Updates bleiben hängen oder scheitern, Werkstattbesuch erforderlich · mehr· weniger
Das MBUX-System des EQE gehört zu den komplexesten Infotainment-Systemen überhaupt. Viele Besitzer berichten von einfrierenden Bildschirmen, langsamen Startvorgängen, unterbrochenen CarPlay-Verbindungen und zufälligen Warnmeldungen. Over-the-Air-Updates bleiben häufig hängen oder scheitern und erfordern bestimmte Bedingungen (Ladezustand über 70 %, Fahrzeug verriegelt, Parkbremse angezogen). Bei fehlgeschlagenem OTA ist ein Werkstattbesuch für ein manuelles Software-Update nötig. Ein Soft-Reset am Lenkrad (Telefon- und Sprachtaste gleichzeitig 15-20 Sekunden halten) behebt vorübergehende Störungen ohne Verlust der gespeicherten Einstellungen. Während die meisten Softwareprobleme unter Garantie kostenlos behoben werden, können außerhalb der Garantie Diagnosegebühren und MBUX-Hardwaremodultausch €300-500 erreichen. Mercedes hat die Softwarestabilität durch aufeinanderfolgende Updates verbessert, und spätere Produktionsjahrgänge (ab Mitte 2024) sind generell besser.
12V-Hilfsbatterie entlädt sich im Stand und verursacht ‚Störung - Fahrzeug anhalten'-Meldungen · mehr· weniger
Ein wiederkehrendes Problem der gesamten Mercedes EQ-Reihe. Die zahlreichen dauerhaft aktiven Module des EQE (Telematik, Keyless Entry, Konnektivität) können die kleine 12V-Hilfsbatterie innerhalb von 1-2 Wochen entladen, wenn das Fahrzeug nicht bewegt oder angeschlossen wird. Symptome sind ein nicht reagierendes Armaturenbrett, Unmöglichkeit aus dem Parkmodus zu schalten und ‚Störung - Fahrzeug anhalten'-Warnungen. Ein Rückruf 2024 hat die Batteriemanagementsoftware bei betroffenen Fahrzeugen aktualisiert, aber der grundsätzliche Ruhestromverbrauch durch vernetzte Dienste besteht weiter. Deaktivieren der Mercedes Me Connect-Funktionen, Ausschalten der SmartKey-Näherungssuche und Anschließen des Fahrzeugs bei längerem Stehen hilft vorbeugend. Der Austausch der 12V-Batterie kostet €200-400 in der Werkstatt, und viele Besitzer mussten sie innerhalb der ersten 2-3 Jahre erneuern lassen.
BMS-Softwarefehler kann die Hochvoltbatterie während der Fahrt abschalten und zum Antriebsverlust führen · mehr· weniger
Mercedes rief weltweit 24.873 EQE- und EQS-Fahrzeuge zurück (3.699 in Deutschland) wegen eines BMS-Softwarefehlers, der die Hochvoltbatterie unerwartet abschalten kann, was zu einem plötzlichen Antriebsverlust führt. Betroffen sind Fahrzeuge, die zwischen Februar 2023 und Mai 2024 produziert wurden. Die Lösung ist ein kostenloses Software-Update in der Werkstatt. Bei einem Gebrauchtwagen sollte per FIN überprüft werden, ob dieser kritische Rückruf durchgeführt wurde. Falls der Rückruf versäumt wurde und der Fehler außerhalb der Garantie auftritt, können Diagnosekosten anfallen, wobei Mercedes das Software-Update bei diesem Sicherheitsproblem unabhängig vom Garantiestatus übernommen hat.
ADAS-Kameras und Radarsensoren erzeugen Fehlalarme oder verlieren Funktionalität, manchmal ist Neukalibrierung oder Austausch nötig · mehr· weniger
Die umfangreiche Fahrassistenz-Ausstattung des EQE (adaptiver Tempomat, Spurzentrierung, Totwinkelassistent, automatisches Einparken) basiert auf mehreren Kameras und Radarsensoren. Besitzer berichten von Fehlwarnungen bei schlechtem Wetter, ruckartigem Spurhalteassistenten, der bei sanften Spurwechseln am Lenkrad zieht, und zeitweisem Funktionsausfall, der Werkstattbesuche erfordert. Nach jedem Windschutzscheibenwechsel ist eine vollständige ADAS-Neukalibrierung obligatorisch (€200-500). Wenn ein Radar- oder Kamerasensor ausfällt, betragen die Austauschkosten einschließlich Kalibrierung €500-1.500. Straßenschmutz, Eis und Belag auf den Sensoröffnungen können Phantomwarnungen auslösen, daher ist regelmäßige Reinigung der Sensorfenster wichtig. Die meisten Probleme werden durch Software-Updates behoben, aber anhaltende Sensorausfälle außerhalb der Garantie können teuer werden.
Vorderreifen können in unter 20.000 km verschleißen, besonders bei dem Gewicht und der Drehmomentverteilung des 4MATIC · mehr· weniger
Mit 2.450 kg ist der EQE 350 4MATIC schwer, und das sofort verfügbare Drehmoment beschleunigt den Reifenverschleiß deutlich gegenüber Verbrennungsfahrzeugen. Forenberichte zeigen, dass Vorderreifen bei 15.000-25.000 km die Verschleißgrenze erreichen, besonders bei Fahrzeugen mit 20- oder 21-Zoll-Felgen. Hinterreifen halten etwas länger, aber ungleichmäßige Verschleißmuster sind häufig. EV-spezifische Reifen (Bridgestone Turanza EV, Michelin e.Primacy) helfen, die Lebensdauer zu verlängern. Regelmäßige Achsvermessungen sind wichtig. Ein Satz vier 19-Zoll-EV-Reifen kostet €600-900 in Europa, bei 20/21-Zoll-Größen €800-1.200. Dies ist teilweise in den Fixkosten berücksichtigt, aber vorzeitiger Verschleiß über das normale Maß hinaus erzeugt zusätzliche Kosten im Risikobereich.
Optionale AIRMATIC-Luftfedern können undicht werden und eine Fahrzeugecke sackt über Nacht ab · mehr· weniger
Die EQE-Limousine bietet AIRMATIC-Luftfederung als Option an (serienmäßig bei der AMG-Variante). Bei vorhandener Luftfederung ist der typische Fehlermodus ein langsames Leck in der Gummi-Luftfeder, wodurch eine Fahrzeugecke im Stand über Nacht absackt, nach dem Starten aber auf Normalhöhe zurückkehrt. Die Austauschkosten betragen etwa €1.200-1.800 pro Federbein in der Werkstatt, und es wird empfohlen, Federbeine paarweise zu tauschen. Ein defekter Kompressor kostet zusätzlich €800-1.200. Dieses Problem ist bei Mercedes-Modellen mit AIRMATIC gut dokumentiert und tritt typischerweise nach 60.000-100.000 km auf. Fahrzeuge mit Standard-Stahlfederung sind nicht betroffen.
Fehlerhaft hergestellte 80-Ampere-Sicherung kann zu Elektrikausfällen, leeren Bildschirmen oder Brandgefahr führen · mehr· weniger
Mercedes rief rund 32.000 Fahrzeuge verschiedener Modelle zurück (einschließlich des EQE 350 der Baujahre 2023-2024) wegen fehlerhaft hergestellter 80-Ampere-Sicherungen, die ausfallen können. Mögliche Folgen sind plötzlicher Antriebsverlust, deaktivierte Sicherheitssysteme, leere Instrumententafeln oder in seltenen Fällen erhöhte Brandgefahr. Die Lösung ist ein kostenloser Sicherungskastentausch in der Werkstatt. Dies ist ein Sicherheitsrückruf, dessen Durchführung vor dem Kauf eines gebrauchten EQE überprüft werden sollte.
Klimasteuerung fällt zeitweise aus, besonders bei kaltem Wetter · mehr· weniger
Einige EQE-Besitzer berichten von zeitweisen Ausfällen der Klimaanlage, bei denen keine temperaturgeregelte Luft kommt, obwohl die Lüfter laufen. Das Wärmepumpensystem ist effizient, aber komplex. Ursachen können eine niedrige Kältemittelfüllung, klemmende Mischklappen, ein defektes Expansionsventil (€200-600 für den Austausch) oder eine fehlerhafte Softwaresteuerung des Thermalsystems sein. Bei kaltem Wetter kann die Wärmepumpe Luft liefern, die sich kühl anfühlt, obwohl das System korrekt arbeitet, da es die Innenraumtemperatur ansteuert und nicht die Ausblastemperatur. Ein vollständiger Kompressortausch kostet, falls nötig, €800-1.200.
Software-lastig, aber mechanisch solide
Antriebsstrang und Batterie des EQE 350 4MATIC haben sich bisher als robust erwiesen, mit keinen verbreiteten Berichten über Motor- oder Wechselrichterausfälle. Die Hauptherausforderungen im Besitz sind softwarebezogen: MBUX-Störungen, fehlgeschlagene OTA-Updates und häufige Rückrufkampagnen für elektrische und sicherheitsrelevante Systeme. Das 12V-Batterie-Entladungsproblem ist in der gesamten Mercedes EQ-Reihe gut dokumentiert. Fahrzeuge mit AIRMATIC-Federung tragen ein zusätzliches Risiko. Die meisten bekannten Probleme werden durch Software-Updates oder Rückrufmaßnahmen behoben, nicht durch teure Hardware-Reparaturen. Eine gründliche Kaufinspektion sollte auf abgeschlossene Rückrufe, Softwareversion und 12V-Batterie-Zustand fokussiert sein.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Batteriemanagementsystem-Software-Abschaltung (Produktion Feb. 2023 - Mai 2024)
Kritisch – Erledigung prüfen
80-Ampere-Hochvolt-Sicherung Herstellungsfehler (Modelle 2023-2024)
Kritisch – Erledigung prüfen
Lenkungskupplungsschraube Drehmoment (2023-2025 EQE)
Erledigung prüfen
Antriebsstrang-Trennkupplungssteuergerät-Software (Modelle 2022-2023)
Erledigung prüfen
Fußgängerwarnton AVAS-Konformität (2024-2025 AMG EQE)
Prüfen, falls zutreffend
Der EQE wurde seit Markteinführung mehrfach zurückgerufen. Kontaktieren Sie Mercedes-Benz mit der FIN, um die Durchführung aller Kampagnen zu bestätigen. Die BMS-Software- und Sicherungs-Rückrufe sind besonders kritisch, da beide zu einem plötzlichen Antriebsverlust führen können.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre, unbegrenzte km)
Bei Modellen 2022-2023 abgelaufen; kann bei späten 2024+ Fahrzeugen noch gelten
Hochvoltbatterie (10 Jahre / 250.000 km)
Deckt Degradation unter 70 % Kapazität ab
12V-Batterie
Typischerweise nur 1 Jahr; bei allen Gebrauchtwagen wahrscheinlich abgelaufen
Mercedes Garantieverlängerung
Über Mercedes-Vertragswerkstätten erhältlich; Preise variieren nach Alter und Laufleistung
Frühe EQE-Modelle (2022-2023) sind außerhalb der 2-jährigen Herstellergarantie. Die Hochvoltbatterie-Garantie (10 Jahre / 250.000 km mit 70 % Kapazitätsgarantie) bietet substanzielle Langzeitabsicherung. Prüfen Sie den Batterie-Gesundheitszustand beim Kauf.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.