Mercedes-Benz B220 CDI W246
2012-2018Aktualisiert: März 2026
2012-2018 · 2.1L OM651 turbodiesel (170-177 hp) 4-cylinder
Der stärkste Diesel in der W246 B-Klasse, mit dem bewährten OM651 2,1-Liter-Vierzylinder und 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe. Mit 170 PS (177 PS nach dem Facelift) und 350 Nm Drehmoment bietet er kräftige Autobahnleistung bei einem Verbrauch von ca. 4,5 l/100 km. Der OM651 ist ein Arbeitstier, das quer durch die Mercedes-Palette eingesetzt wird – viele Exemplare überschreiten die 300.000 km. Das höhere Drehmoment beschleunigt jedoch den 7G-DCT-Verschleiß, und die Diesel-Abgasnachbehandlung erfordert regelmäßige Autobahnfahrten.
Bewährter OM651 Diesel, sehr langlebig
Geräumiger Innenraum, hohe Sitzposition
7G-DCT belastet durch 350 Nm
Diesel-Abgassystem pflegeintensiv
Kaufen, wenn: Sie fahren regelmäßig Langstrecke und können nachweisen, dass das 7G-DCT-Getriebeöl mindestens einmal gewechselt wurde, idealerweise alle 60.000 km.
Vermeiden, wenn: Sie fahren überwiegend Kurzstrecken in der Stadt (DPF- und AGR-Versottung) oder suchen ein DCT-Automatikfahrzeug ohne dokumentierten Getriebeölwechsel.
Erwartete jährliche Wartungskosten
Bekannte Probleme häufigste zuerst
Kupplungspaket- und Mechatronik-Verschleiß, verstärkt durch die 350 Nm des OM651 im Stadtverkehr · mehr· weniger
Das Getrag 7G-DCT (724.0) Doppelkupplungsgetriebe ist die häufigste Beanstandung bei W246 Dieselmodellen. Die 350 Nm des B220 CDI belasten die trockenen Kupplungspakete deutlich stärker als die Benzinvarianten und den B200 CDI (300 Nm). Symptome sind Ruckeln bei niedrigen Geschwindigkeiten, Vibrationen zwischen 20-40 km/h, Zögern beim Anfahren und Kupplungsrutschen bei hoher Temperatur. Probleme treten beim B220 CDI typischerweise zwischen 60.000-100.000 km auf – früher als beim B200 CDI aufgrund der höheren Drehmomentbelastung, besonders bei überwiegendem Stadtverkehr. Über 70 % der defekten Getriebe hatten in den ersten 100.000 km angeblich nie einen Ölwechsel erhalten. Mercedes betrachtet das Getriebeöl als Lebensdauerfüllung, Spezialisten empfehlen jedoch dringend einen Wechsel alle 60.000 km mit MB 236.21-Spezifikation. Ein Kupplungspaketwechsel kostet ca. 900-1.400 € mit Nachbauteilen, 1.500-2.000 € mit Originalteilen. Mechatronik-Reparatur oder -Austausch liegt bei 1.200-3.000 €. Ein TCU-Software-Reset (100-200 €) kann die Schaltqualität bei frühen Symptomen verbessern.
Dieselpartikelfilter regeneriert bei kurzen Stadtfahrten nicht, führt zu Notlauf · mehr· weniger
Der DPF des OM651 benötigt Betriebstemperatur und ca. 2.000 U/min bei über 60 km/h zur Regeneration. Fahrzeuge im reinen Kurzstreckenbetrieb sammeln Ruß an, bis eine passive Regeneration nicht mehr möglich ist. Symptome sind DPF-Warnleuchte, reduzierte Leistung, Notlauf und erhöhter Verbrauch. Eine erzwungene Regeneration in der Werkstatt kostet 100-200 €. Professionelle DPF-Reinigung kostet 300-500 €. Ein kompletter DPF-Austausch inklusive Katalysator liegt bei 1.200-2.000 €. Der Differenzdrucksensor kann ebenfalls ausfallen und die Regeneration auch bei Autobahnfahrzeugen verhindern (Sensorwechsel: 150-250 €). Vor dem Kauf den Motorölstand prüfen: Steht er deutlich über Maximum, wurde das Öl durch gescheiterte Regenerationen mit Diesel verdünnt. Regelmäßige Autobahnfahrten von mindestens 30 Minuten pro Woche reduzieren das Risiko erheblich.
Einreihige Kette längt sich, Spanner verliert Druck – Rasselgeräusch beim Kaltstart · mehr· weniger
Der OM651 verwendet eine einreihige (Simplex-)Steuerkette statt einer haltbareren Duplexkette – dies hat Mercedes beim Nachfolger OM654 durch den Wechsel zur Duplexkette bestätigt. Die Kette sitzt an der Rückseite des Motors, was den Austausch arbeitsintensiv macht. Symptome beginnen als markantes metallisches Rasseln für 1-5 Sekunden beim Kaltstart, weil der Spanner über Nacht den hydraulischen Druck verliert. Dies tritt typischerweise zwischen 120.000-180.000 km bei regelmäßigen Ölwechseln auf, bei vernachlässigter Wartung früher. Die höhere Leistung des B220 CDI belastet die Kette etwas stärker als beim B200 CDI. Mercedes hat den Spanner mehrfach überarbeitet. Ein kompletter Kettensatz kostet 200-400 €, aber die Arbeitskosten sind erheblich, da der Motor teilweise angehoben werden muss. Gesamtkosten: 1.000-2.000 € bei einer Fachwerkstatt. Bei Ignorieren droht ein Kettensprung mit katastrophalem Ventilschaden. Regelmäßige Ölwechsel alle 10.000-15.000 km (statt der werksseitigen 25.000 km) verlängern die Kettenlebensdauer deutlich.
Verrußtes AGR-Ventil verursacht unrunden Leerlauf und Leistungsverlust; Kühler kann Kühlmittel intern lecken · mehr· weniger
Das Abgasrückführsystem des OM651 lagert mit der Zeit Rußablagerungen an, besonders bei schonendem Fahrstil oder Kurzstrecken. Symptome sind unrunder Leerlauf, Zögern beim Beschleunigen, schwarzer Rauch und reduzierte Leistung. Die Reinigung des AGR-Ventils kostet 150-250 €. Bei defektem Ventilmotor liegt der Austausch bei 350-500 €. Der AGR-Kühler kann auch intern undicht werden und Kühlmittel in den Ansaugtrakt gelangen lassen, was weißen Rauch beim Kaltstart und schleichenden Kühlmittelverlust verursacht. Der AGR-Kühler-Austausch kostet 400-900 € inklusive Arbeitskosten. Mercedes hat ein überarbeitetes Kühlerdesign herausgegeben. Regelmäßige Autobahnfahrten und hochwertiger Dieselkraftstoff helfen, die Versottung zu reduzieren.
Kühlmittel sickert am Kraftstofffiltergehäuse an der Verbindung zum Zylinderkopf · mehr· weniger
Das Kraftstofffiltergehäuse des OM651 enthält Kühlmittelkanäle und ist sowohl am Zylinderkopf als auch am Ansaugkrümmer verschraubt. Unter Ladedruck biegt sich der Ansaugkrümmer und belastet die Gehäusedichtungen. Dies verursacht ein schleichendes Kühlmittelleck, das schwer zu lokalisieren ist, da es oft intern tropft. Symptome sind langsam sinkender Kühlmittelstand ohne sichtbares äußeres Leck und manchmal ein süßlicher Geruch aus dem Motorraum. Mercedes hat ein überarbeitetes Gehäuse herausgegeben (Teilenummer A6512003900). Das Ersatzteil kostet 80-150 €, aber die Reparatur erfordert den Ausbau des AGR-Kühlers und den Austausch seiner Dichtung, sodass die Gesamtkosten bei 250-500 € in einer freien Werkstatt liegen. Dies ist einer der häufigsten OM651-Fehler über die gesamte Mercedes-Palette hinweg.
Vorgeschalteter NOx-Sensor fällt durch Kondenswasser aus, löst AdBlue-Warnung und schließlich Startsperre aus · mehr· weniger
Euro-6-Varianten des B220 CDI/B220d (hauptsächlich ab 2015) verwenden ein AdBlue-System (SCR) mit NOx-Sensoren. Der vorgeschaltete NOx-Sensor ist anfällig für Ausfall durch Wassereintritt und Korrosion aufgrund von Kondenswasser im Abgasstrang. Symptome sind AdBlue-Warnmeldungen, Motorkontrollleuchte und letztendlich ein Countdown bis zur Startsperre. Ein Original-Sensor kostet 300-500 €, die Arbeitskosten für den Austausch liegen bei 100-200 €. Mercedes hat einen überarbeiteten Sensor mit Ablauföffnung herausgegeben. Einige Händler haben den Austausch bei Fahrzeugen unter 5 Jahren auf Kulanz durchgeführt, aber die meisten W246-Modelle sind inzwischen außerhalb dieses Zeitfensters. Euro-5-Modelle vor 2015 haben kein AdBlue und sind nicht betroffen.
Frühe Delphi-Piezo-Injektoren neigen zu ungleichmäßiger Kraftstoffzufuhr; spätere Magnetventil-Injektoren sind zuverlässiger · mehr· weniger
Frühe OM651-Motoren (Produktion 2012-2013) verwendeten Delphi-Piezo-Injektoren, die empfindlich gegenüber Kraftstoffqualität waren und zu ungleichmäßiger Einspritzung neigten. Mercedes hat eine Service-Kampagne zum Austausch gegen Magnetventil-Injektoren durchgeführt. Die Umstellung in der Produktion erfolgte ab Mitte 2012. Die meisten B220 CDI ab 2013 sollten bereits Magnetventil-Injektoren haben – vor dem Kauf überprüfen. Ein aufgearbeiteter Injektor kostet 200-350 €, die Programmierung über Star-Diagnose ist erforderlich. Der Austausch aller vier Injektoren kostet 800-2.000 €, je nachdem ob aufgearbeitete oder neue Einheiten verwendet werden.
Feststellbremse bleibt hängen oder zeigt Störungsmeldung, erfordert Aktuator-Reparatur · mehr· weniger
Mehrere W246-Besitzer berichten, dass die elektrische Feststellbremse hängen bleibt oder eine Fehlermeldung im Display anzeigt. Ursachen können ein defekter Aktuator-Motor, korrodierte Seilzüge oder ein Software-Fehler im Steuergerät sein. In manchen Fällen hilft es, den Feststellbremsenschalter 10+ Sekunden zu halten und den Motor neu zu starten. Wenn der Aktuator selbst ausgetauscht werden muss, liegen die Kosten bei 300-700 € inklusive Teile und Arbeitskosten. Das Problem tritt häufiger bei selten genutzten oder länger abgestellten Fahrzeugen auf.
Bewährter Dieselmotor, aber Getriebe und Abgassystem brauchen Aufmerksamkeit
Der OM651 2,1L Diesel ist einer der langlebigsten modernen Mercedes-Motoren – viele Exemplare überschreiten 300.000 km. Allerdings beschleunigt das 350-Nm-Drehmoment des B220 CDI den Verschleiß des 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebes im Vergleich zum schwächeren B200 CDI. Die Unterhaltskosten werden durch das Getriebe, die Diesel-Abgasnachbehandlung (DPF, AGR, NOx-Sensoren) und die Steuerkette bestimmt. Fahrzeuge, die vorwiegend auf der Autobahn bewegt werden und regelmäßige Getriebeölwechsel erhalten haben, schneiden deutlich besser ab. Die W246 B-Klasse ist vom Wassereintrittsproblem der W176 A-Klasse nicht betroffen. Kürzere Ölwechselintervalle (10.000-15.000 km statt der werksseitigen 25.000 km) und Getriebeölwechsel alle 60.000 km sind die wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen.
Checkliste für die Kaufinspektion
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Serviceheft / Wartungshistorie
Lückenlose Mercedes-Vertragswerkstatt- oder Fachwerkstatt-Dokumentation ist wichtig. Ölwechsel mindestens jährlich mit MB 229.51-Spezifikation prüfen, idealerweise alle 10.000-15.000 km.
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Reifen
Profiltiefe, Alter (DOT-Nummer auf der Seitenwand) und ungleichmäßigen Verschleiß prüfen. Standardgröße ist 205/55R16.
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Kaltstart
Motor unbedingt kalt starten. Auf metallisches Rasseln (Steuerkette) achten und übermäßigen weißen oder blauen Rauch (Injektoren/AGR-Kühler) beobachten.
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Probefahrt
Mindestens 30 Minuten inklusive Stadt- und Autobahnfahrt. Auf Getriebeverhalten, Ladedruckaufbau und Warnleuchten achten.
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Kaltstart-Kettenrasseln und Abgasrauch
Motor komplett kalt starten. Metallisches Rasseln über 2-3 Sekunden deutet auf Steuerketten-Spannerverschleiß hin. Weißer Rauch nach dem Warmfahren deutet auf AGR-Kühler-Leck oder Injektorprobleme hin.
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7G-DCT-Getriebe im Verkehr testen
Mindestens 10 Minuten im Stop-and-Go fahren. Auf Ruckeln beim Anfahren, Vibrationen bei 20-40 km/h oder Warnmeldungen achten. Fragen, wann das Getriebeöl zuletzt gewechselt wurde.
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Kühlmittelstand und -zustand prüfen
Niedriger Kühlmittelstand ohne sichtbares Leck deutet auf Kraftstofffiltergehäuse- oder AGR-Kühler-Leck hin. Ausgleichsbehälter bei kaltem Motor prüfen.
Tipp: Nutzen Sie einen Bluetooth-OBD2-Scanner, um bei der Besichtigung Fehlercodes auszulesen.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Erdung Lenksäule – Risiko elektrostatischer Airbag-Auslösung (März 2012 - September 2017)
Critical - verify completed
Steuerkettenspanner-Dichtring Ölleck und Brandgefahr (2014 OM651 Dieselmodelle)
Verify completed
Überhitzung Anlasserstrom-Begrenzer – Brandgefahr (Januar 2015 - Januar 2017)
Verify completed
Antriebswellen-Sicherungsringe Bruchgefahr (September 2012 - Juni 2013)
Verify completed
Bremskraftverstärker-Vakuumschlauch Ausfall (Februar 2012 - Juni 2013)
Verify completed
KBA Diesel-Emissionssoftware-Update (Euro 5 OM651, Produktion vor August 2014)
Verify completed
Takata-Airbag-Gasgenerator (Produktion 2012-2017)
Verify completed
Beifahrersitz-Sitzbelegungserkennung fehlerhaft (April 2016 - Februar 2018)
Verify completed
Kontaktieren Sie eine Mercedes-Benz Vertragswerkstatt mit der FIN, um die Durchführung aller Rückrufe zu überprüfen. Der Rückruf zur Lenksäulen-Erdung ist besonders wichtig, da er eine unbeabsichtigte Airbag-Auslösung verursachen kann. Der Takata-Airbag-Rückruf und das Diesel-Emissions-Softwareupdate betreffen einen großen Produktionszeitraum.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre)
Bei allen W246-Modellen abgelaufen
Durchrostungsgarantie (30 Jahre)
Kann je nach Erstzulassung noch gelten
Garantieverlängerung
Über Mercedes-Vertragswerkstätten und Drittanbieter erhältlich
Alle W246 B220 CDI Modelle sind außerhalb ihrer 2-jährigen Mercedes-Benz Herstellergarantie. Garantieverlängerungen sind über Mercedes-Vertragswerkstätten und unabhängige Anbieter erhältlich. Die 30-jährige Durchrostungsgarantie kann je nach Erstzulassungsdatum noch gelten. Beachten Sie, dass viele Garantieverlängerungen das 7G-DCT-Getriebe oder Diesel-Abgaskomponenten ausschließen.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.