EN DE

Mercedes-Benz A180d W177

2018-presentAktualisiert: März 2026

2018-present · 1.5 OM608 (2018-2020) / 2.0 OM654 (2020+) turbocharged diesel, 116 hp

Einstiegsdiesel in Mercedes' kompakter Schräghecklimousine, erhältlich mit zwei unterschiedlichen Motoren: dem von Renault bezogenen 1,5-Liter OM608 (2018–2020) und Mercedes' eigenem 2,0-Liter OM654 ab 2020. Beide Motoren sind sparsam und auf hohe Laufleistungen ausgelegt, wobei der OM654 die ausgereiftere Einheit darstellt. Das 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe ist bei den meisten Exemplaren serienmäßig und erfordert Aufmerksamkeit hinsichtlich des Kupplungsverschleißes – insbesondere bei Diesel-Varianten im Stadtverkehr.

Sparsamer Diesel, niedrige Kraftstoffkosten Bewährte Motoren mit langfristiger Haltbarkeit
DCT-Kupplungsverschleiß bei Dieselvarianten DPF und AdBlue empfindlich bei Kurzstrecken
Kaufen, wenn: Sie regelmäßig Autobahnstrecken fahren, ein Exemplar mit lückenlosem Serviceheft finden und Dieselwirtschaftlichkeit mit einem Premiumfahrzeug verbinden möchten.
Vermeiden, wenn: Sie hauptsächlich kurze Stadtfahrten unternehmen (DPF-/AdBlue-Probleme) oder ein unkompliziertes Automatikgetriebe für den Stadtverkehr suchen.
Erwartete jährliche Wartungskosten
€800 - €1.500/Jahr
15.000 km/Jahr
Fixkosten
€500-850
Risikopuffer
€300-650

Vergleiche

Mercedes-Benz A200 W177 2018-present Gleiche Plattform, Benzinmotor. Weniger emissionsbedingte Probleme, aber höhere Kraftstoffkosten. Das DCT-Getriebe hält beim Benziner länger. Audi A3 8V 1.6 TDI 2012-2020 Direkter Konkurrent mit EA288-Diesel. Ähnliche DPF-Problematik, jedoch hat das DSG-Getriebe seine eigenen Mechatronik-Schwächen. BMW 118d F20 2011-2019 Die N47-Steuerkette gilt als bekanntes Totalschadenrisiko. Die Motoren des A180d sind deutlich zuverlässiger. Mercedes-Benz A180 W176 2012-2018 Vorgängergeneration mit anderem Motor und älterem 7G-DCT. Insgesamt mehr gemeldete Probleme. Der W177 ist die bessere Wahl. Volkswagen Golf Mk7 1.6 TDI 2012-2020 Sehr zuverlässiger EA288-Diesel. Weniger Premiumgefühl, dafür weniger Probleme und günstigere Wartung.
Bekannte Probleme häufigste zuerst
Verschleiß der 7G-DCT-Doppelkupplungspakete €1,500 - 3,000
Kupplungspakete verschleißen bei Diesel-Varianten vorzeitig, besonders im Stadtverkehr, typischerweise ab 70.000 km · mehr· weniger
Das 7G-DCT (724.0) Doppelkupplungsgetriebe ist grundsätzlich robust, aber der Diesel A180d leitet mehr Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen durch die Kupplungspakete als Benziner-Varianten. Symptome für Kupplungsverschleiß sind Ruckeln beim Anfahren, unruhige Schaltvorgänge bei niedriger Geschwindigkeit und gelegentliche Getriebefehlermeldungen. Diesel-Exemplare, die überwiegend im Stadtverkehr gefahren werden, können bereits ab 70.000–100.000 km Kupplungsprobleme zeigen, während überwiegend auf Autobahnen gefahrene Fahrzeuge typischerweise deutlich über 130.000 km problemlos durchhalten. Ein Kupplungspaket-Tausch erfordert den Ausbau des Getriebes und kostet ca. 1.500–2.000 € in einer Fachwerkstatt bzw. 2.500–3.000 € bei der Vertragswerkstatt. Über 70 % der vorzeitigen Getriebeausfälle werden mit Fahrzeugen in Verbindung gebracht, bei denen nie ein Getriebeölwechsel durchgeführt wurde – regelmäßige DCT-Ölwechsel alle 60.000 km sind daher dringend empfohlen.
Verstopfter Dieselpartikelfilter (DPF) durch Kurzstreckenfahrten €400 - 2,000
Der Dieselpartikelfilter verstopft, wenn das Fahrzeug selten Autobahngeschwindigkeit zur Regeneration erreicht · mehr· weniger
Der DPF benötigt regelmäßige Regenerationszyklen bei dauerhaft höheren Geschwindigkeiten (typischerweise 15–20 Minuten bei über 80 km/h), um angesammelte Rußpartikel zu verbrennen. Fahrzeuge, die überwiegend für kurze Stadtfahrten genutzt werden, schließen diesen Zyklus häufig nicht ab, was zu einem verstopften DPF, Warnleuchten und schließlich zum Notlauf führt. Eine erzwungene Regeneration in der Werkstatt kostet ca. 150–250 €. Professionelle DPF-Reinigung liegt bei 300–500 €. Ein vollständiger DPF-Tausch inklusive Arbeitskosten schlägt mit 1.200–2.000 € zu Buche. Dies ist kein Defekt, sondern eine Eigenschaft aller modernen Diesel-Fahrzeuge. Fahrzeuge mit nachweislich regelmäßigen Autobahnfahrten sind deutlich weniger anfällig.
AdBlue-Systemfehler (NOx-Sensor / Dosierventil) €500 - 2,000
NOx-Sensor-Ausfall oder AdBlue-Kristallisation löst einen Startverhinderungs-Countdown aus · mehr· weniger
Der A180d verwendet einen SCR-Katalysator mit AdBlue-Einspritzung zur Erfüllung der Euro-6d-Abgasnorm. Häufige Fehlerpunkte sind die NOx-Sensoren (ca. 400–500 € pro Stück, es gibt zwei), das AdBlue-Dosierventil, das bei wenig genutzten Fahrzeugen kristallisieren kann, sowie der Tankfüllstandssensor, der in die AdBlue-Tankbaugruppe integriert ist (1.000–1.200 € für den kompletten Tank). Forenbeiträge zeigen, dass dies ein verbreitetes Problem auf der W177-Plattform ist. Kritisch ist die integrierte Startsperre: Wird ein AdBlue-Fehler nicht behoben, verweigert das Fahrzeug nach einer Countdown-Warnung schließlich den Start. Diesel-Fahrzeuge mit geringer Laufleistung, die wochenlang stehen, sind am stärksten durch AdBlue-Kristallisation gefährdet.
MBUX-Infotainment-Bildschirm schwarz / eingefroren €300 - 1,500
Zentraldisplay oder Kombiinstrument wird schwarz, verursacht durch Software-Fehler oder LVDS-Kabelprobleme · mehr· weniger
Das MBUX-System verwendet einen Nvidia-Tegra-Prozessor, der erhebliche Wärme erzeugt. Einige Besitzer berichten von sporadischen Bildschirmausfällen kurz nach dem Start, insbesondere bei sehr kaltem oder sehr heißem Wetter. Die Ursachen reichen von Software-Fehlern (behebbar per Software-Update oder Werksreset ohne Kosten im Kulanzfall) über fehlerhafte LVDS-Datenkabel zwischen Steuergerät und Displays (300–500 € für den Tausch) bis hin zu einem vollständigen Steuergeräte-Ausfall (800–1.500 €). Ein Forum-Thread auf aclassclub.co.uk mit über 7 Seiten dokumentiert dieses Problem bei zahlreichen W177-Besitzern. Mercedes hat mehrere Software-Updates zur Verbesserung der MBUX-Stabilität veröffentlicht. Erholt sich der Bildschirm nach einem Neustart des Motors sporadisch, ist ein Software-Update die wahrscheinlichste Lösung.
AGR-Ventil Koksablagerungen (OM608 1,5-Liter-Diesel) €400 - 800
Das Abgasrückführungsventil verstopft durch Koksablagerungen und verursacht unruhigen Leerlauf und Leistungsverlust · mehr· weniger
Der von Renault bezogene 1,5-dCi-Motor (OM608, Modelle 2018–2020) neigt zu Verschmutzungen des AGR-Ventils, besonders bei Fahrzeugen mit häufigen Kurzstrecken oder längerem Stadtbetrieb. Symptome sind unruhiger Leerlauf, schlechtes Ansprechverhalten und Motorkontrollleuchte. Die Reinigung des AGR-Ventils kostet ca. 150–250 € in einer freien Werkstatt. Ein vollständiger Tausch inklusive Teile und Arbeitskosten liegt bei 400–800 €. Regelmäßige Autobahnfahrten und gelegentliche Freifahrten helfen, Ablagerungen zu verhindern. Der spätere OM654 2,0-Diesel ist aufgrund seines effizienteren Verbrennungskonzepts weniger anfällig.
Korrosion am Vorderachsträger (Produktion 2019–2020) €0 - 500
Unzureichender Korrosionsschutz am vorderen Achsträger betraf bestimmte Produktionszeiträume · mehr· weniger
Für A-Klasse-Modelle der Produktionsjahre 2019–2020 wurde ein Rückruf wegen unzureichendem Korrosionsschutz am vorderen Achsträger ausgesprochen. Wurde die Rückruf-Maßnahme bereits durchgeführt, besteht kein weiteres Risiko. Andernfalls kann sich am Achsträger Korrosion entwickeln, die die Strukturintegrität langfristig beeinträchtigt. Bitte über die Mercedes-Werkstatt per Fahrgestellnummer prüfen, ob der Rückruf durchgeführt wurde. Falls er versäumt wurde und sich bereits Korrosion gebildet hat, sind Nachbesserungsmaßnahmen erforderlich – typischerweise 300–500 € für eine Behandlung in einer Fachwerkstatt.
Zuverlässiger Diesel bei regelmäßigen Überlandfahrten
Sowohl der Renault 1,5-Liter-OM608 als auch der Mercedes 2,0-Liter-OM654 sind bewährte Motoren, die bei ordnungsgemäßer Wartung problemlos über 250.000 km erreichen. Die wesentlichen Risiken im Alltag sind nutzungsbedingt: DPF und AdBlue-System benötigen regelmäßige Autobahnfahrten, um einwandfrei zu funktionieren, und das 7G-DCT profitiert von Getriebeölwechseln, die viele Besitzer vernachlässigen. Fahrzeuge mit lückenlosem Serviceheft und überwiegend außerstädtischem Einsatz sind deutlich risikoärmer.
Checkliste für die Kaufinspektion
Allgemeine Prüfungen
Spezifisch für dieses Fahrzeug
+ 4 weitere PrüfungenWeniger anzeigen
  • MBUX-Displays in kaltem und warmem Zustand testen
    Fahrzeug starten und 5 Minuten warten. Zwischen den Displays wechseln, Touchscreen-Reaktionsfähigkeit prüfen und auf Bildschirmausfälle oder Einfrieren achten.
  • Rückruf für Achsträger-Korrosion auf Erledigung prüfen
    Betrifft Modelle von 2019–2020. Bei einer Mercedes-Vertragswerkstatt per Fahrgestellnummer bestätigen lassen, dass die Rückruf-Maßnahme durchgeführt wurde.
  • Motorraum auf Öllecks prüfen
    Sowohl OM608 als auch OM654 können bei höherer Laufleistung geringe Ölspuren an Ventildeckeldichtungen entwickeln. Kein kritisches Problem, zeigt aber Wartungsbedarf an.
  • Motorvariante prüfen (OM608 vs. OM654)
    Frühe Fahrzeuge (2018–2020) haben den 1,5-Liter-Renault-Diesel, spätere Fahrzeuge den eigenen 2,0-Liter von Mercedes. Der OM654 ist ausgereifter. Der Motorcode steht auf dem Typenschild.

Tipp: Nutzen Sie einen Bluetooth-OBD2-Scanner, um bei der Besichtigung Fehlercodes auszulesen.

Rückrufe und technische Servicehinweise
Korrosionsschutz am Vorderachsträger (Produktion 2019–2020) Verify completed
Kommunikationsmodul SIM-Karten-Software – eCall-System möglicherweise nicht funktionsfähig (2018–2022) Verify completed
Kraftstoffverteilerrohr-zu-Injektor-Abdichtung – eingeschlossene Partikel können Kraftstoffleck verursachen (Diesel 2016–2020) Verify completed
Elektrische Verbindung der Servolenkung – Verunreinigung durch wärmeaktivierten Klebstoff (2020) Verify completed
Hintere Bremsschläuche falsche Länge (Facelift-Modelle 2024) Verify completed if applicable
Bei einer Mercedes-Benz-Vertragswerkstatt mit der Fahrgestellnummer prüfen lassen, ob alle Rückrufe durchgeführt wurden. Der Rückruf zur Achsträger-Korrosion und zur Kraftstoffverteilerrohr-Abdichtung sind besonders wichtig bei Fahrzeugen vor 2021.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre) Abgelaufen bei allen Modellen vor 2024
Garantieverlängerung Erhältlich über Mercedes-Vertragswerkstätten, typischerweise 800–1.200 €/Jahr
Durchrostungsgarantie 12 Jahre ab Erstzulassung
Mercedes-Benz gewährt eine 2-jährige Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung in der EU. Die meisten gebrauchten A180d W177 auf dem Markt werden außerhalb dieser Garantie liegen. Garantieverlängerungen sind über Mercedes-Vertragswerkstätten erhältlich und bieten wertvollen Schutz für das DCT-Getriebe und das AdBlue-System.

Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.

Per WhatsApp teilen