Renault Kadjar 1.3 TCe
2018-2022Aktualisiert: März 2026
2018-2022 · 1.3 TCe (140/160 hp) H5Ht turbocharged petrol
Der Kadjar ist Renaults kompakter Crossover-SUV, der auf der gleichen CMF-C/D-Plattform wie der Nissan Qashqai basiert. Der 1.3 TCe H5Ht Benzinmotor wurde gemeinsam von Renault, Nissan und Daimler entwickelt und löst den problematischen 1.2 TCe ab. Er ist eine deutliche Verbesserung gegenüber seinem Vorgänger, erfordert jedoch sorgfältige Wartung – insbesondere beim Kühlsystem und der Schmierung der Steuerkette.
Kultivierter und effizienter Turbomotor
Günstige Ersatzteile und Wartungskosten
Thermostatgehäuse neigt zu Rissen
EDC-Getriebe weniger zuverlässig als Schaltgetriebe
Kaufen, wenn: Sie einen praktischen Familien-Crossover mit Benzinmotor suchen und ein Exemplar mit Schaltgetriebe und vollständiger Wartungshistorie finden.
Vermeiden, wenn: Sie überwiegend Kurzstrecken im Stadtverkehr fahren (Gefahr von Ablagerungen im Ansaugtrakt) oder die EDC-Automatikversion in Betracht ziehen.
Erwartete jährliche Wartungskosten
Bekannte Probleme häufigste zuerst
Thermostatgehäuse aus Kunststoff reißt und verursacht Kühlmittelverlust sowie mögliche Überhitzung · mehr· weniger
Der 1.3 TCe verwendet ein Thermostatgehäuse aus Kunststoff, das durch thermische Wechselbelastung mit der Zeit zu Rissbildung neigt. Kommt es zum Ausfall, tritt Kühlmittel schnell aus. Wird dies nicht sofort bemerkt, kann der Motor überhitzen, was zum Verziehen des Zylinderkopfes oder zu Schäden an der Zylinderkopfdichtung führen kann. Das Thermostatgehäuse selbst kostet ca. 30-80 € als Ersatzteil; Arbeitskosten betragen 150-250 € in einer freien Werkstatt. Wenn jedoch bereits eine Überhitzung stattgefunden hat, können Zylinderkopfdichtungswechsel oder Zylinderkopfarbeiten die Kosten auf 1.500-2.500 € treiben. Dieses Problem tritt auch beim Nissan Qashqai und Dacia Duster mit demselben Motor auf. Das regelmäßige Prüfen des Kühlmittelstands ist unbedingt erforderlich. Mercedes soll an seiner Version dieses Motors eine Verstärkungsplatte aus Aluminium verwenden, was auf eine bekannte Schwäche der Kunststoffkonstruktion hindeutet.
Kette dehnt sich und Spannelement ermüdet, was zu Kaltstart-Rasseln ab ca. 80.000 km führt · mehr· weniger
Der H5Ht-Motor verwendet eine Steuerkette, die Renault als wartungsfrei für die gesamte Lebensdauer des Motors bezeichnet. In der Praxis kann der Kettenspanner ermüden und die Kette sich dehnen, insbesondere wenn Ölwechsel verzögert oder falsches Öl verwendet wird. Der Ölstrahl, der die Steuerkette schmiert, ist anfällig für Verstopfungen durch Rußverunreinigungen, was den Verschleiß beschleunigt. Symptome sind ein Rasselgeräusch beim Kaltstart, das wenige Sekunden anhält. Typischerweise tritt dies zwischen 80.000 und 150.000 km auf. Der vollständige Austausch von Kette, Spanner, Führungen und Kettenrädern kostet 800-1.200 € in einer freien Werkstatt und bis zu 2.000 € beim Händler. Der 1.3 TCe ist in dieser Hinsicht eine deutliche Verbesserung gegenüber dem älteren 1.2 TCe (H5Ft), jedoch wurde das Problem nicht vollständig beseitigt. Die Verwendung des korrekten Öltyps (0W-40 oder 5W-40) und ein Ölwechsel alle 15.000 km oder jährlich ist zur Vorbeugung entscheidend.
Schlecht gesicherte Turboanschlussleitungen lösen sich und verursachen plötzlichen Leistungsverlust · mehr· weniger
Eine bekannte Konstruktionsschwäche der H5Ht-Motorenfamilie ist, dass sich die Turbolader-Druckleitungen an ihren Verbindungsstellen lösen können. Dies wurde seit der Markteinführung des Motors im Jahr 2017 dokumentiert. Symptome sind plötzlicher Leistungsverlust, ein mögliches Zischen oder Pfeifen unter Last sowie gelegentlich die Motorkontrollleuchte. Die Behebung ist unkompliziert: Die Leitung muss lediglich neu befestigt und die Schellen aufgerüstet werden. Wenn der Ladeluftkühler-Schlauch selbst gerissen oder beschädigt ist, kostet der Ersatz 50-150 € für den Schlauch zuzüglich Arbeitskosten. Einige Besitzer haben auf Nachmarkt-Klemmen umgerüstet, um das Problem dauerhaft zu lösen. Nicht gefährlich, aber lästig und kann wiederholt auftreten, wenn nicht gründlich behoben.
Direkteinspritzung verursacht Ablagerungen an den Einlassventilen, die die Leistung mit der Zeit verringern · mehr· weniger
Wie alle Direkteinspritzmotoren ist der 1.3 TCe anfällig für Ablagerungen an den Einlassventilen, da der Kraftstoff direkt in den Brennraum und nicht über die Ventile eingespritzt wird. Dieser Prozess verläuft schrittweise und wird typischerweise nach 60.000-100.000 km spürbar; er äußert sich in unrundem Leerlauf, leichtem Zögern und verringerter Effizienz. Die effektivste Reinigungsmethode ist das Walnus-Strahlen (Sandstrahlen mit Walnussschalen), das je nach Werkstatt 400-800 € kostet. Der Einbau eines Ölabscheiders kann die Ablagerungsbildung verlangsamen. Regelmäßiges Fahren bei höheren Drehzahlen und die Vermeidung von ausschließlichen Kurzstrecken im Stadtverkehr helfen, übermäßige Ablagerungen zu verhindern.
Kupplungsruckeln, ruckartige Fahrweise bei niedrigen Geschwindigkeiten und Mechatronikfehler bei EDC-Fahrzeugen · mehr· weniger
Falls der Kadjar mit dem EDC (Efficient Dual Clutch) Automatikgetriebe ausgestattet ist, sollten bekannte Probleme beachtet werden: Ruckeln beim Anfahren, abruptes Einkuppeln mit Durchdrehen der Räder aus dem Stand sowie ruckartige Übergänge bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die Ursachen liegen in der Software-Kalibrierung, Hydraulikdruckfehlern und vorzeitigem Kupplungsverschleiß. Software-Updates von Renault können das Verhalten teilweise verbessern, jedoch erfordern Hardwareausfälle im Kupplungspaket oder der Mechatronikeinheit kostspieligere Reparaturen. Der Austausch des Kupplungspaketes kostet 800-1.500 €; ein vollständiger Austausch der Mechatronikeinheit kann bis zu 2.000-3.000 € kosten. Dieses Problem betrifft keine Schaltgetriebeversionen. Varianten mit Schaltgetriebe sind deutlich zuverlässiger.
EPB-Modul kann ausfallen und verhindert das Einlegen der Bremse oder zeigt Warnmeldungen · mehr· weniger
Die elektronische Feststellbremse kann Fehlfunktionen entwickeln, die sich typischerweise als blinkende Feststellbremsen-LED, Warnmeldung ‚Bremssystemfehler' oder als Unfähigkeit, die Feststellbremse zu betätigen oder zu lösen, äußern. Dies kann auch nach einem routinemäßigen Bremsbelagwechsel auftreten, wenn die EPB nicht korrekt zurückgefahren und neu kalibriert wurde. Das EPB-Modul kostet je nach Bezugsquelle (Vertragswerkstatt oder online) ca. 250-500 €. Der Einbau erfordert Diagnosegeräte zur Programmierung. Das Problem ist nicht weit verbreitet, sollte jedoch bei der Probefahrt durch mehrmaliges Betätigen der Feststellbremse überprüft werden.
Touchscreen friert ein, wird schwarz oder reagiert nicht mehr · mehr· weniger
Das R-Link-2-Infotainmentsystem ist eine bekannte Schwachstelle bei Renault-Modellen dieser Ära. Probleme umfassen eingefrorenen Bildschirm, vollständig schwarzes Display, fehlende Touch-Empfindlichkeit oder fehlgeschlagener Startvorgang. Einige Besitzer berichten von einem überhitzenden und ausfallenden USB-Modul. Ein Werksreset löst manchmal softwarebedingte Probleme (Home-Taste 5 Sekunden gedrückt halten, um einen Neustart zu erzwingen). Bei einem Hardwareausfall kostet der Austausch der Haupteinheit 500-750 € beim Händler. Nachmarkt- oder generalüberholte Einheiten sind für ca. 200-400 € erhältlich. Das Problem ist lästig, beeinträchtigt jedoch die Fahrtüchtigkeit nicht.
Verbessert gegenüber dem Vorgänger, Kühlung und Wartung jedoch entscheidend
Der 1.3 TCe H5Ht ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem problematischen 1.2 TCe, den er ersetzte. Es wurden keine gravierenden Konstruktionsfehler festgestellt, und viele Exemplare erreichen 150.000+ km ohne größere Probleme. Die Hauptrisikobereiche sind das Thermostatgehäuse aus Kunststoff, die Schmierung der Steuerkette und das EDC-Automatikgetriebe. Varianten mit Schaltgetriebe sind zuverlässiger. Die strikte Einhaltung der Ölwechselintervalle mit dem korrekten Öltyp ist unbedingt erforderlich.
Checkliste für die Kaufinspektion
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Wartungshistorie
Vollständige Nachweise einer Renault-Vertragswerkstatt oder Fachwerkstatt sind unbedingt erforderlich. Ölwechsel alle 12 Monate oder 15.000 km überprüfen.
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Reifen
Profiltiefe, Alter (Datumscodes) und ungleichmäßigen Verschleiß prüfen. Standardgröße ist 215/60R17 oder 215/55R18.
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Kaltstart
Motor muss vollständig kalt gestartet werden. In den ersten 10-30 Sekunden auf Rasselgeräusche achten (Steuerkette).
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Probefahrt
Mindestens 20 Minuten mit wechselnden Geschwindigkeiten fahren. Auf Zögern, Warnleuchten und Getriebegeräusche achten.
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Kühlmittelstand und Thermostatgehäuse prüfen
Motorhaube öffnen und Kühlmittelstand kontrollieren. Auf getrocknete Kühlmittelrückstände rund um das Thermostatgehäuse achten. Niedriger Kühlmittelstand oder Ablagerungen deuten auf ein rissiges Gehäuse hin. Dies ist der wichtigste Check bei diesem Motor.
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Auf Steuerketten-Rasseln beim Kaltstart achten
Motor aus vollständig kaltem Zustand starten und in den ersten 5-30 Sekunden auf metallisches Rasseln achten. Kurzes Rasseln unter 2 Sekunden ist grenzwertig; längeres Rasseln deutet auf einen verschlissenen Kettenspanner oder eine gedehnte Kette hin.
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EDC-Getriebe gründlich testen (bei Automatik)
Fahrzeug bei niedrigen Geschwindigkeiten im Stop-and-go-Verkehr fahren. Auf Ruckeln beim Anfahren, ruckartige Schaltvorgänge oder Zögern achten. Berganfahrten ausprobieren. Wenn das Getriebe unrund wirkt, Kupplungsarbeiten einplanen.
Tipp: Nutzen Sie einen Bluetooth-OBD2-Scanner, um bei der Besichtigung Fehlercodes auszulesen.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Ausfall des Kühlerlüfterkondensators mit Brandgefahr (Produktion Sep-Nov 2018)
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Airbag-Steuermodul löst möglicherweise nicht korrekt aus (Produktion 2015-2016)
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Fensterluftsack-Aufblasvorrichtung mit falscher Chemikalienmischung (Produktion Sep-Nov 2016)
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Hintere Türkindersicherung kann sich unbeabsichtigt öffnen (Produktion 2015-2018)
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Fehler beim Auslösen des Seitenvorhangs-Airbags (frühe Produktion 2015)
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Fehlfunktion des Katalysators mit erhöhten NOx-Emissionen (Produktion Jun-Okt 2019)
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Beim Renault-Händler mit der FIN alle Rückrufe auf Vollständigkeit prüfen lassen. Der Rückruf des Kühlerlüfterkondensators (Produktion 2018) ist besonders wichtig, da er ein Brandrisiko darstellt.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre)
Bei allen Gebrauchtexemplaren abgelaufen
Durchrostungsgarantie
6 Jahre ab Erstzulassung
Garantieverlängerung
Über Renault-Vertragswerkstätten oder Drittanbieter erhältlich
Alle Renault Kadjar 1.3 TCe Modelle (2018-2022) liegen außerhalb der ursprünglichen 2-jährigen Herstellergarantie. Die Durchrostungsgarantie (6 Jahre) gilt möglicherweise noch für Modelle von 2020-2022. Optionen zur Garantieverlängerung bei Renault erfragen.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.