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Renault Captur Mk2 1.5 Blue dCi

2019-2021Aktualisiert: März 2026

2019-2021 · 1.5 Blue dCi (95-115 hp) K9K 4-cylinder turbocharged diesel

Die zweite Captur-Generation brachte einen deutlichen Sprung bei Innenraumqualität und Verarbeitungsgüte gegenüber dem Mk1. In Kombination mit dem langjährig bewährten 1.5 dCi-Diesel bietet er einen hervorragenden Realverbrauch von etwa 4,5-5,5 l/100 km. Der K9K-Motor wird seit über zwei Jahrzehnten gebaut und ist in seiner finalen Euro-6d-Ausführung ein gut abgestimmtes Aggregat – allerdings bringt er die AdBlue/SCR-Komplexität mit sich, die älteren Versionen noch fehlte. Der Diesel war ab Markteinführung 2019 erhältlich, wurde 2021 still eingestellt und durch Hybrid-Benzinoptionen ersetzt.

Bewährter K9K-Diesel, ausgezeichneter Verbrauch Geringer Ölverbrauch und große Reichweite
DPF/AdBlue-Probleme bei Stadtbetrieb EDC-Automatik kann ruckartig schalten
Kaufen, wenn: Sie legen jährlich viele Kilometer zurück und wünschen sich echte Kraftstoffersparnis mit dem typischen Diesel-Drehmoment sowie einer lückenlosen Wartungshistorie.
Vermeiden, wenn: Sie fahren überwiegend kurze Stadtstrecken (DPF und AdBlue-System leiden darunter) oder möchten die EDC-Automatik, die bekannte Zuverlässigkeitsprobleme hat.
Erwartete jährliche Wartungskosten
€700 - €1.300/Jahr
15.000 km/Jahr
Fixkosten
€450-750
Risikopuffer
€250-550

Vergleiche

Renault Captur 1.3 TCe 2019-present Die Benzinvariante vermeidet DPF/AdBlue-Probleme, hat aber einen Nass-Zahnriemen und Direkteinspritzungsrisiken. Höhere Kraftstoffkosten. Peugeot 2008 Mk2 1.2 PureTech 2019-present Berüchtigte Nass-Zahnriemen-Schäden beim PureTech-Motor. Der K9K-Diesel des Captur ist mechanisch deutlich zuverlässiger. Nissan Juke F16 1.0 DIG-T 2019-present Rein benzinbetriebener Mitbewerber. Einfacheres Abgassystem ohne DPF/AdBlue, doch Turbo- und CVT-Zuverlässigkeit sind Fragezeichen. Renault Captur 1.5 dCi Mk1 2013-2019 Gleicher K9K-Motor, ältere Plattform. Günstiger zu kaufen, aber schlechterer Innenraum und frühere K9K-Ausführungen hatten mehr Lagerprobleme. Dacia Duster Mk2 1.5 Blue dCi 2018-2024 Gleicher Motor, deutlich niedrigerer Kaufpreis. Weniger ausgefeilter Innenraum, aber mechanisch gleich zuverlässig. Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei hoher Jahresfahrleistung.
Bekannte Probleme häufigste zuerst
DPF-Verstopfung durch Kurzstreckenfahrten €150 - 2,200
Partikelfilter verstopft, wenn das Fahrzeug überwiegend in der Stadt ohne regelmäßige Autobahnfahrten bewegt wird · mehr· weniger
Der 1.5 Blue dCi verwendet einen Dieselpartikelfilter (DPF), der über Abgaskraftstoffeinspritzung regeneriert, ohne Additive zu benötigen – dadurch ist er weniger verstopfungsanfällig als manche Wettbewerber. Wird das Fahrzeug jedoch hauptsächlich auf kurzen Stadtdistanzen bewegt, werden Regenerationszyklen oft nicht abgeschlossen, und Ruß lagert sich ab. Symptome sind Leistungsverlust, erhöhter Kraftstoffverbrauch und eine Warnung vor Filterverstopfung im Cockpit. Eine erzwungene Regeneration in der Werkstatt kostet 150-300 €. Ist der DPF über das Reinigungsstadium hinaus beschädigt, beläuft sich der Austausch auf 1.500-2.200 € inklusive Teile und Arbeitskosten. Das Risiko hängt direkt vom Fahrprofil ab: Auf der Autobahn gefahrene Capturs haben selten DPF-Probleme, während reine Stadtfahrzeuge bereits ab 50.000 km Schwierigkeiten bekommen können.
AdBlue/SCR-Systemstörung €300 - 2,500
Kristallisation im SCR-Kreislauf oder defekter NOx-Sensor löst Warnmeldungen wie ‚Motorstart in X km nicht möglich' aus · mehr· weniger
Der Euro-6d-Blue-dCi-Motor verwendet ein AdBlue-SCR-System zur Einhaltung der Abgasnormen. Häufige Defekte sind Kristallisation im AdBlue-Kreislauf (besonders in kalten Klimazonen oder bei seltenem Betrieb), ein defekter SCR-Injektor sowie NOx-Sensor-Ausfälle. Die Symptome reichen von falschen AdBlue-Füllstandswarnungen bis zur gefürchteten Meldung ‚Motorstart in X km nicht möglich', die die Startmöglichkeiten schrittweise einschränkt. Kreislaufspülung und Diagnose kosten 300-600 €. Muss der NOx-Sensor oder SCR-Injektor ersetzt werden, können Kosten von 800-1.500 € entstehen. Bei komplexen Fällen mit Austausch mehrerer Bauteile kann die Rechnung 2.500 € erreichen. Ausschließlich nach ISO 22241 zertifiziertes AdBlue zu verwenden und das System durch regelmäßiges Fahren aktiv zu halten, beugt Kristallisation vor.
EDC-Doppelkupplungsgetriebe-Probleme (falls verbaut) €400 - 2,500
Ruckartige Schaltvorgänge, Verzögerungen und Kupplungsverschleiß beim 7-Gang-EDC-Automatikgetriebe · mehr· weniger
Die 115-PS-Variante war optional mit einem 7-Gang-EDC-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Bekannte Probleme umfassen ruckartige Schaltvorgänge bei niedriger Geschwindigkeit, Verzögerungen beim Beschleunigen und vorzeitigen Kupplungsverschleiß im Stop-and-go-Verkehr. Die Kupplungsaktuatoren sind wärmeempfindlich und können frühzeitig versagen. Eine Softwarekalibrierung kann kleinere Probleme für 100-200 € beheben. Ein Kupplungspaket-Tausch in einer freien Fachwerkstatt kostet 800-1.500 €. In schwerwiegenden Fällen versagt die Mechatronikeinheit, und eine vollständige Getriebeüberholung oder ein Austausch kostet 1.500-2.500 €. Schaltgetriebe-Versionen sind deutlich zuverlässiger. Bei einem EDC-Fahrzeug ist eine gründliche Probefahrt von mindestens 20 Minuten in verschiedenen Verkehrssituationen unerlässlich.
Injektor-Verschleiß €300 - 1,500
Delphi-Common-Rail-Injektoren sind kraftstoffqualitätssensibel und können bei höherer Laufleistung undicht werden oder Fehlzündungen verursachen · mehr· weniger
Die Delphi-Injektoren des K9K-Motors gelten seit langem als konstruktive Schwachstelle. Obwohl die späteren Euro-6-Versionen verbessert wurden, können Injektoren – insbesondere bei minderwertiger Kraftstoffqualität oder zu langen Wartungsintervallen – verschleißen. Symptome sind unrunder Leerlauf, Aussetzer, Rauchentwicklung, erhöhter Kraftstoffverbrauch und Motorwarnleuchten. Ein einzelner überholter Injektor kostet eingebaut ca. 150-200 €. Fallen mehrere Injektoren gleichzeitig aus oder ist auch die Hochdruckpumpe betroffen, steigen die Kosten auf 1.000-1.500 €. Ein Hochdruckpumpenausfall ist das teuerste Szenario, weil Metallspäne das gesamte Kraftstoffsystem kontaminieren und Pumpe, Verteilerleiste sowie alle Injektoren gereinigt oder ersetzt werden müssen. Regelmäßiger Einsatz von qualitativ hochwertigem Diesel und konsequente Ölwechselintervalle helfen, dies zu verhindern.
Turbolader-Ölverkokung und -ausfall €800 - 2,000
Ölablagerungen blockieren die Turbo-Ölzuleitung, führen zu verzögertem Ladedruckaufbau und schließlich zu Turboschäden · mehr· weniger
Turboladerausfälle beim K9K sind in den späteren Blue-dCi-Versionen seltener, kommen jedoch weiterhin vor – typischerweise ab 100.000 km. Die Hauptursache ist Ölverkokung in der Turbo-Ölzuleitung, die die Turbinenlager von der Schmierung abschneidet. Symptome sind ein hochfrequentes Pfeifen unter Last, verzögerter Ladedruckaufbau, Blaurauch und Leistungsverlust. Der Turbolader selbst ist ein Garrett-Aggregat, für das ein aufgearbeiteter Ersatz ca. 500-800 € kostet; Arbeitskosten kommen mit 300-500 € hinzu. Entscheidend beim Turboaustausch ist die gründliche Reinigung der Ölzu- und -ableitungen, da verbleibende Koksablagerungen einen neuen Turbolader innerhalb weniger Monate zerstören können. Regelmäßige Ölwechsel alle 10.000-15.000 km mit nach RN0720 freigegebenem Öl sind die beste Vorbeugung.
Infotainment-System friert ein und startet neu €100 - 600
Easy-Link-Bildschirm friert ein, wird schwarz oder startet während der Fahrt wiederholt neu · mehr· weniger
Der Mk2 Captur verwendet das Easy-Link-Infotainmentsystem, das modellübergreifend bei Renault häufig bemängelt wird. Zu den Problemen zählen: Touchscreen reagiert nicht, DAB-Radio bricht ab, Navigation verliert das Signal, Rückfahrkamera funktioniert nicht und zufällige Neustarts während der Fahrt. Ein schneller Reset (fünfmaliges Drücken der Home-Taste) schafft oft vorübergehend Abhilfe. Software-Updates beim Händler (50-100 €) können Fehler beseitigen, allerdings hat ein fehlerhaftes Renault-Update bei vielen Easy-Link-Einheiten einen Totalausfall verursacht, der einen Hardware-Austausch erforderte. Eine Ersatz-Bosch-CPU hinter dem Armaturenbrett kostet inklusive Einbau 400-600 €. Das Problem ist zwar lästig, aber kein Sicherheitsrisiko.
AGR-Ventil Koksablagerungen €200 - 500
Abgasrückführventil setzt sich mit Koksrückständen zu, was Leistungsverlust und Motorkontrollleuchte verursacht · mehr· weniger
Das AGR-Ventil des 1.5 dCi kann sich mit Koksablagerungen zusetzen, insbesondere bei Fahrzeugen, die überwiegend im Stadtverkehr bewegt werden. Einmal blockiert, bleibt das Ventil offen oder geschlossen und verursacht unrunden Leerlauf, Leistungsverlust und Motorwarnleuchten. Wenn das Problem früh erkannt wird, ist eine Reinigung für 100-200 € in einer freien Werkstatt möglich. Bei beschädigtem Ventil kostet der Austausch inklusive Arbeitskosten 300-500 €. Das AGR-Ventil am K9K ist aufgrund von Koksablagerungen, die es am Gehäuse festbacken, notorisch schwer auszubauen. Regelmäßige Autobahnfahrten helfen, das AGR-Ventil sauberer zu halten.
Verschleiß der vorderen Fahrwerksstabilisatorlager und -koppelstangen €100 - 300
Klopfgeräusche aus dem Vorderfahrwerk über Unebenheiten durch verschlissene Koppelstangen oder Stabilisatorbuchsen · mehr· weniger
Die vorderen Stabilisatorkoppelstangen und -buchsen verschleißen am Captur vergleichsweise schnell, besonders auf schlechten Straßen. Symptome sind ein Klopfen oder Poltern über Bodenwellen und beim langsamen Einlenken. Auch das Federbein-Stützlager kann zum Geräusch beitragen. Koppelstangen kosten ca. 30-50 € pro Paar, der Einbau ist unkompliziert, sodass die Gesamtreparatur in einer freien Werkstatt 100-200 € beträgt. Der Tausch der Stabilisatorbuchsen ist ähnlich günstig. Dieses Problem tritt typischerweise nach 40.000-60.000 km auf und ist eine kostengünstige Reparatur, die nicht ignoriert werden sollte, da sie ernstere Fahrwerksprobleme verdecken kann.
Zuverlässiger Diesel mit dieselspezifischen Wartungsanforderungen
Der 1.5 Blue dCi im Captur Mk2 profitiert von zwei Jahrzehnten K9K-Entwicklung. Die spätproduzierte Euro-6d-Version hat die meisten früheren Lager- und Verarbeitungsprobleme behoben. Die Hauptrisiken im Besitz sind emissionssystembedingt (DPF, AdBlue, AGR) und hängen direkt vom Fahrprofil ab. Auf der Autobahn gefahrene Fahrzeuge mit regelmäßiger Wartung sind tatsächlich zuverlässig. Schaltgetriebe-Versionen sind deutlich beständiger als EDC-Automaten. Das Infotainmentsystem ist die häufigste nicht-mechanische Beschwerde.
Checkliste für die Kaufinspektion
Allgemeine Prüfungen
Spezifisch für dieses Fahrzeug
+ 4 weitere PrüfungenWeniger anzeigen
  • Farbe des Auspuffrauch prüfen
    Blauer Rauch weist auf Turbo-Öldichtungsausfall oder übermäßigen Ölverbrauch hin. Schwarzer Rauch deutet auf Injektor- oder Kraftstoffprobleme hin. Weißer Rauch bei warmem Motor kann auf Kopfdichtung oder Injektor-Probleme hindeuten.
  • Kühlmittelstand und Ölzustand prüfen
    Kühlmittelstand kontrollieren und auf braune oder milchige Verfärbung achten. Motoröl auf Kraftstoffkontamination prüfen (Kraftstoffgeruch am Ölmessstab), was auf fehlgeschlagene DPF-Regenerationszyklen hinweisen kann, die das Öl verdünnen.
  • Infotainmentsystem vollständig testen
    Easy-Link-Bildschirm einschalten und alle Funktionen testen: Touchscreen-Reaktion, DAB-Radio, Bluetooth, GPS-Navigation und Rückfahrkamera. Während der Probefahrt auf Einfrieren, träge Reaktion oder zufällige Neustarts achten.
  • Vollständige Durchführung aller Rückrufe bestätigen
    Frühe Produktionsfahrzeuge aus 2019 hatten Rückrufe für Lenksäule, Lichtmaschinen-Verkabelung und Schiebedach. Mit Renault per Fahrzeugidentifikationsnummer prüfen, ob alle offenen Arbeiten erledigt wurden.

Tipp: Nutzen Sie einen Bluetooth-OBD2-Scanner, um bei der Besichtigung Fehlercodes auszulesen.

Rückrufe und technische Servicehinweise
Ausfall des Lenksäulenmotors mit Verlust der Servolenkung (Produktion April-Oktober 2019) Critical - verify completed
Kurzschlussrisiko an der Lichtmaschinen-Verkabelung mit Brandgefahr (Produktion 8.-23. Juli 2019) Verify completed
Klebedefekt am Panoramadachglas (Produktion August-September 2019) Verify completed if equipped
Versatz des vorderen Sicherheitsgurt-Aufrollautomaten (ausgewählte Produktion 2019-2020) Verify completed
Kontakt des Batterie-Pluspols mit dem Lichtmaschinen-Kühlkörper (ausgewählte Produktion 2019) Verify completed
Frühe Captur-Mk2-Modelle aus dem Baujahr 2019 sind am stärksten von Rückrufen betroffen – drei separate Aktionen betreffen Lenkung, elektrische Brandgefahr und Schiebedach. Fahrzeuge aus der Produktion nach 2020 haben deutlich weniger Rückrufprobleme. Eine Renault-Vertragswerkstatt kann anhand der Fahrgestellnummer prüfen, ob alle offenen Rückrufe abgeschlossen wurden.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre) Bei allen gebrauchten Captur Mk2 1.5 dCi abgelaufen
Durchrostungsgarantie 6 Jahre ab Erstzulassung
Garantieverlängerung Über Renault-Vertragswerkstätten erhältlich, verschiedene Laufzeiten
Alle Captur-Mk2-1.5-Blue-dCi-Modelle (Baujahr 2019-2021) liegen außerhalb der ursprünglichen 2-jährigen Herstellergarantie. Garantieverlängerungen sind über Renault-Vertragswerkstätten erhältlich – prüfen Sie die Ausschlüsse sorgfältig, insbesondere für Abgassystem-Komponenten (DPF, SCR, AdBlue).

Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.

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