Der Cooper D brachte Dieselsparen in den Mini der zweiten Generation mit einem realen Verbrauch von 4-5 l/100 km. Zwei unterschiedliche Motoren kamen zum Einsatz: der PSA DV6TED4 (2007-2010), baugleich mit Peugeot und Citroen, sowie der BMW N47C16A (2010-2013 Facelift). Beide bieten gute Autobahneffizienz, bringen aber jeweils eigene Schwachstellen mit. Zudem erbt die Plattform typische R56-Probleme wie die anfällige Servolenkungspumpe und den PCV-Ventildeckel.· mehr· weniger
Hervorragender Verbrauch (4-5 l/100 km)
Gokart-Handling bei niedrigen Kosten
DV6-Turbo anfällig für Ölmangel
N47-Steuerkette hinten am Motor
Kaufen, wenn: Sie fahren regelmäßig Autobahn, können prüfen welcher Motor verbaut ist, und finden ein gepflegtes Exemplar mit lückenloser Wartungshistorie und kurzen Ölwechselintervallen.
Vermeiden, wenn: Sie fahren überwiegend Kurzstrecke (DPF-Verstopfungsrisiko) oder können nicht feststellen, ob der Wagen den DV6- oder N47-Motor hat und welche spezifischen Wartungsanforderungen damit verbunden sind.
Bekannte Probleme
Kohlenstoffablagerungen verstopfen die Ölzufuhrleitung zum Turbo, entziehen ihm die Schmierung und verursachen Festfressen · mehr· weniger
Dies ist ein gut dokumentiertes Problem des PSA DV6TED4-Motors. Kohlenstoff und Ölschlamm lagern sich in der Ölzufuhrleitung und deren Siebfilter ab und schränken den Ölfluss zu den Turboladerlagern ein. Turbo-Spezialisten berichten von einer Rücklaufquote von rund 10 % bei Austauscheinheiten für diesen Motor, weil die Ursache beim Einbau nicht behoben wurde. Das Problem ist bei Fahrzeugen vor 2008 am stärksten ausgeprägt. Ab 2008 überarbeitete PSA bestimmte Ölsystem-Komponenten, was die Wahrscheinlichkeit verringerte, aber nicht beseitigte. Beim Turbotausch müssen immer neue Ölzufuhrleitungen verbaut, der Ölkühler gespült und der Inline-Filter entfernt oder überbrückt werden. Ein instandgesetzter Turbo mit neuen Ölleitungen kostet bei einer Fachwerkstatt etwa €1.200-1.600. Ein neuer OEM-Turbo über die Vertragswerkstatt kann €2.000-2.500 erreichen. Vorbeugende Maßnahmen sind hochwertiges Öl, Wechsel alle 8.000-10.000 km und korrekter Ölstand. Selbst bei vorschriftsmäßig gewarteten Motoren kam es zu wiederholtem Turboversagen.
Die hinten montierte Steuerkette längt sich und kann überspringen oder reißen, wobei der Motortausch nötig sein kann · mehr· weniger
Der ab 2010 verbaute BMW N47C16A-Diesel teilt das berüchtigte Steuerkettendesign des größeren N47 2.0-Liters. Kette, Führungen und Spanner sitzen hinten am Motor zwischen Block und Getriebe. Der Austausch ist extrem arbeitsintensiv und erfordert entweder den Motorausbau oder das Absenken von Hilfsrahmen und Getriebe. Die Kettenlängung wird typischerweise zwischen 80.000-120.000 km problematisch bei frühen N47-Produktionsdaten (Motorherstellungsdaten 2007-2011). BMW nahm Mitte 2009 Änderungen vor, die die Ausfallrate reduzierten, aber nicht beseitigten. Symptome sind Rasseln vom Motorheck beim Start und unrunder Leerlauf. Springt die Kette über oder reißt, kommt es zum katastrophalen Ventil-Kolben-Kontakt. Der Austausch bei einer Fachwerkstatt kostet €1.500-2.500 (inkl. Ketten, Führungen, Spanner, Dichtungen und Arbeit). Bei Motorschaden können die Kosten €3.500 oder mehr erreichen. Regelmäßige Wartung alle 5.000-8.000 km mit hochwertigem Öl verlängert die Kettenlebensdauer.
Kurzstreckenfahrten verhindern die DPF-Regeneration, was zu Rußaufbau und letztlich zur Verstopfung führt · mehr· weniger
Wie bei allen Dieselpartikelfiltern benötigt der DPF des Cooper D regelmäßige Autobahnfahrten, um die für die passive Regeneration nötigen 550-600 Grad zu erreichen. Bei überwiegendem Kurzstreckeneinsatz sammelt sich Ruß schneller an, als das System ihn abbrennen kann. Wenn der DPF stark verstopft ist, geht der Motor in den eingeschränkten Betrieb mit Warnleuchten. Die aktive Regeneration (vom Steuergerät erzwungen) kann moderate Verstopfungen manchmal beseitigen, stark verstopfte Filter erfordern jedoch eine professionelle Reinigung (€200-400) oder den Austausch. Ein neuer DPF kostet €300-500 als Teil, der Kompletttausch mit Einbau erreicht €600-1.000. Die DPF-Additiv-Blase muss bei etwa 70.000 km für ca. €100-150 erneuert werden. Die erwartete Lebensdauer des DPF liegt bei 130.000-175.000 km. Eine erzwungene DPF-Regeneration über Diagnosegeräte kann einen grenzwertigen Filter manchmal noch retten.
Die AGR leitet Ruß in den Ansaugtrakt, wo er sich mit Öldampf vermischt und Drallklappen sowie Kanäle verstopft · mehr· weniger
Das AGR-Ventil leitet Abgas zurück in die Ansaugbrücke, wo Ruß sich mit Öldampf aus der Kurbelgehäuseentlüftung vermischt. Diese klebrige Masse lagert sich an den Drallklappen und Ansaugkanälen ab und schränkt den Luftstrom zunehmend ein. Symptome sind unrunder Leerlauf, schlechtes Ansprechverhalten, erhöhter Verbrauch und letztlich Notlauf. Das AGR-Ventil selbst kostet €55-95 als Nachbauteil, der Einbau erfordert 2-3 Stunden Arbeit. Die Ansaugbrücke muss jedoch meist gleichzeitig gereinigt werden, was den Aufwand auf einen vollen Arbeitstag ausweiten kann. Die Gesamtkosten für AGR-Tausch plus Reinigung der Ansaugbrücke liegen bei €300-600 in einer Fachwerkstatt oder €600-800 bei der Vertragswerkstatt. Einige Besitzer entscheiden sich für eine AGR-Stilllegung per Blindflansch oder Softwareanpassung, was in den meisten EU-Ländern jedoch nicht straßenzugelassen ist. Regelmäßiges Fahren bei höheren Drehzahlen auf der Autobahn verlangsamt die Verrußung.
Die elektrohydraulische Pumpe überhitzt durch ihre Position nahe dem Abgaskrümmer und fällt plötzlich aus · mehr· weniger
Dies ist ein plattformweites R56-Problem, das den Cooper D gleichermaßen betrifft. Die elektrohydraulische Servolenkungspumpe sitzt nah am Abgaskrümmer, und ihr kleiner Kühllüfter ist anfällig für Beschädigungen durch Steinschlag. Wenn der Lüfter ausfällt oder der Luftstrom blockiert ist, überhitzt die Pumpe und kann ohne Vorwarnung festfressen, wodurch die Lenkung plötzlich sehr schwergängig wird. Mini-Fachwerkstätten berichten, dass dies eine der häufigsten R56-Reparaturen ist. Eine aufbereitete Pumpe kostet bei einem Spezialisten etwa €400-500, eine neue OEM-Pumpe über die Vertragswerkstatt €700-900 inklusive Einbau. Das Problem tritt typischerweise zwischen 80.000-130.000 km auf, unabhängig vom Motortyp.
Kupfer-Injektordichtungen verschleißen und lassen Abgase an den Injektorsitzen vorbeiströmen · mehr· weniger
Der DV6-Motor ist bekannt für Injektordichtungsversagen, besonders an Zylinder 3, der am heißesten läuft. Wenn die Kupfer-Dichtscheiben und Kunststoffschutzkappen verschleißen, strömen Abgase an der Injektordichtfläche vorbei. Dies verursacht ein charakteristisches Zischen oder Puffen an den Injektoren, Kohlenstoffablagerungen um die Injektorschächte und gelegentlich Dieselgeruch im Innenraum. Die Teile sind günstig (Kupferdichtungen und Dichtungen kosten ca. €15-30 für einen kompletten Satz), die Arbeit kann jedoch schwierig sein, wenn die Injektoren durch Kohlenstoffablagerungen festsitzen. Eine Dieselwerkstatt berechnet typischerweise €150-250 für die Arbeit. Falls ein Injektor festsitzt und ein Spezialwerkzeug zur Extraktion benötigt wird, können die Kosten €300-400 erreichen. PSA überarbeitete das Dichtungsdesign um 2010, was auf die Anerkennung des Problems hindeutet.
Glühkerzen versagen oder brechen beim Ausbau ab, was zu schwierigem Kaltstart führt und die DPF-Regeneration verhindert · mehr· weniger
Glühkerzen verschleißen sowohl im DV6- als auch im N47-Motor mit der Zeit, was im Winter zu schwierigem Kaltstart führt. Der Aluminium-Zylinderkopf und die Stahl-Glühkerzen dehnen sich unterschiedlich aus, wodurch die Glühkerze im Kopf festsitzen kann. Der Versuch, eine festsitzende Glühkerze zu entfernen, birgt das Risiko, dass sie abbricht und die Spitze im Brennraum stecken bleibt. Aus einer einfachen €150-200 Arbeit (vier Kerzen plus Einbau) wird dann eine deutlich teurere Extraktion mit Spezialwerkzeug (€300-500). Defekte Glühkerzen verhindern zudem die ordnungsgemäße DPF-Regeneration, was zu Rußansammlung führt und das DPF-Verstopfungsproblem verschärft. Das Glühkerzen-Relaismodul ist ein weiterer Schwachpunkt und kostet etwa €50-80 als Ersatzteil.
Kupplungsrupfen und ZMS-Vibrationen treten typischerweise zwischen 100.000-140.000 km auf · mehr· weniger
Kupplung und Zweimassenschwungrad des Cooper D zeigen ein ähnliches Verschleißmuster wie beim Benzin-R56. Das höhere Drehmoment des Diesels bei niedrigen Drehzahlen belastet das ZMS stärker als beim Saugmotor-Benziner. Kupplungsrupfen beim Anfahren, besonders aus der Kälte und an Steigungen, liegt oft am verschlissenen ZMS und nicht an der Kupplungsreibscheibe selbst. Der Kupplungstausch allein kostet €500-700, Fachwerkstätten empfehlen jedoch den gleichzeitigen ZMS-Wechsel, was die Gesamtkosten auf €800-1.600 bringt. Der Hilfsrahmen muss für den Zugang abgesenkt werden, was die Arbeitskosten erheblich erhöht. Bei moderater Fahrweise liegt die typische Lebensdauer bei 100.000-140.000 km. Starker Stadtverkehr verkürzt diese deutlich.
Sparsam, aber erfordert informiertes Besitzen
Der Mini Cooper D R56 kann exzellenten Verbrauch und Gokart-Fahrspaß bei moderaten Unterhaltskosten bieten, allerdings nur bei informiertem Besitz. Der PSA DV6-Motor (2007-2010) ist einfacher und günstiger in der Wartung, birgt aber das Turbo-Ölmangel-Risiko. Der BMW N47 (2010-2013) bietet etwas bessere Laufkultur, hat jedoch die berüchtigte hintenliegende Steuerkette. Beide Motoren teilen die allgemeinen R56-Plattformschwächen: Servolenkungspumpe, PCV-System und Kühlsystem. Regelmäßiges Autobahnfahren ist für die DPF-Gesundheit unerlässlich. Mit einer Fachwerkstatt, die diese Motoren kennt, Wartungsintervallen von 8.000-10.000 km mit hochwertigem Öl und prompter Reaktion auf Warnsignale kann der Cooper D problemlos 200.000+ km erreichen.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Takata-Airbag-Generator — Treibmittel des Fahrerairbags kann sich zersetzen (2007-2013)
Erledigung prüfen
Sicherheitsgurt-Herstellungsfehler — Gurte der zweiten Reihe halten möglicherweise nicht korrekt zurück (verschiedene Produktionszeiträume)
Erledigung prüfen
Steuergerät-Wasserschaden — möglicher Kurzschluss und Brandgefahr (2007-2013, bestimmte Regionen)
Erledigung prüfen
Kontaktieren Sie eine Mini-Vertragswerkstatt mit der FIN, um sicherzustellen, dass alle Rückrufe durchgeführt wurden. Der Takata-Airbag-Rückruf ist besonders wichtig, da nicht reparierte Gasgeneratoren ein ernstes Sicherheitsrisiko darstellen. Im Gegensatz zum Cooper S ist der Cooper D nicht vom Rückruf der Hilfs-Wasserpumpe (Brandgefahr) betroffen, da dieser nur turbogeladene Benzinmodelle betrifft.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre)
Bei allen R56-Modellen abgelaufen
Durchrostungsgarantie (12 Jahre)
Bei den meisten Modellen abgelaufen, kann bei späten 2013er-Fahrzeugen noch gelten
Alle Mini Cooper D R56-Modelle sind weit außerhalb ihrer ursprünglichen 2-jährigen Herstellergarantie. Die 12-jährige Durchrostungsgarantie kann bei den allerletzten 2013er Produktionsfahrzeugen noch gelten. Es gibt keine herstellerseitigen Garantieverlängerungsprogramme für diese Generation. Fremdanbieter-Garantien sind verfügbar, schließen aber oft Turbolader, DPF und andere dieselspezifische Komponenten aus.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.